Interview

Wladimir Sliwjak
2026/09 Wladimir Sliwjak, russische Atomkraftgegner, im Gespräch über den Putins Staatskonzern Rosatom

Jungle+ Artikel »Rosatom hat freien Zugang zum Weltmarkt«

Der staatliche russische Konzern Rosatom führt trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine seine Geschäfte ohne Einschrän­kungen fort. Der russische Atomkraftgegner Wladimir Sliwjak legt im Gespräch mit der »Jungle World« dar, welche Konsequenzen sich aus Sanktionen gegen Rosatom ergeben würden und warum es bislang noch keine gibt.
Elektrizitätswerk in Flammen
2026/08 Serhij Lisin, Unabhängige Gewerkschaft der Energiearbeiter der Ukraine, im Gespräch über Russlands Angriffe auf ukrainische Kraftwerke

Jungle+ Artikel »Die Arbeiter sind ständigen Gefahren ausgesetzt«

Russland bombardiert systematisch das Stromnetz und die Kraftwerke in der Ukraine. Mitten im Winter sind Heizungsausfälle und Strom­abschaltungen für Hunderttausende Haushalte an der Tagesordnung. Am Laufen gehalten wird die Energieinfrastruktur seit Jahren von Zehntausenden schlecht bezahlten Arbeitern, die auch bei Kälte und Luft­alarm ausrücken, um zerstörte Leitungen und Umspannwerke zu reparieren. Die »Jungle World« sprach in Kiew mit Serhij Lisin von der Unab­hängigen Gewerkschaft der Energiearbeiter der Ukraine über die Bedingungen, unter denen diese zermürbende und gefährliche Arbeit stattfindet.
Babacar Diop
2026/07 Babacar Diop, Wissenschaftler, im Gespräch über Christenverfolgung in Nigeria

»Nigerias Realität widersetzt sich Schablonen«

In den USA hat Donald Trumps Brandrede über einen angeblichen Völker­mord an Christen in Nigeria eine leidenschaftliche Debatte neu entfacht. Haben die US-amerikanischen Luftangriffe an Weihnachten den christlichen Gemeinschaften tatsächlich geholfen? Die »Jungle World« sprach mit dem unabhängigen Forscher Babacar Diop über die Gewalt, die Nigeria erschüttert, und die Rolle, die die Religion dabei spielt.
Wladimir Putin und Ramsan Kadyrow sich gegenüber an einem Tisch
2026/06 Aleksandr Tscherkasow, Menschenrechtler, im Gespräch über den tschetschenischen Autokraten Ramsan Kadyrow

Jungle+ Artikel »Es handelt sich um ein totalitäres Regime«

Der diktatorisch regierende kremltreue Präsident der russischen Teil­republik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, ist gesundheitlich stark angeschlagen. Die »Jungle World« sprach mit Aleksandr Tscherkasow von der Menschenrechtsorganisation Memorial über das von Kadyrow aufgebaute nepotistische Machtsystem und Spekulationen über seine Nachfolge.
Demonstrierende mit Fahne der antizionistischen "Jüdischen Stimme" und Transpi, das ein Opfer des Gazakriegs mit Anne Frank gleichsetzt
2026/05 Juliane Nagel (Links­partei) im Gespräch über Demonstranten in Leipzig-Connewitz

Jungle+ Artikel »Es ging um ein Fanal«

Am 17. Januar fand im Leipziger Stadtteil Connewitz eine Demonstration statt, die sich gegen israelsolidarische Personen und Projekte richtete und von einem Bündnis aus antizionistischen Gruppen wie Handala und Lotta Antifascista unter dem Motto »Antifa means: Free Palestine« angemeldet worden war. Eines der Ziele war die Landtagsabgeordnete der Linkspartei, Juliane Nagel, die in Connewitz das Wahlkreisbüro »Linxxnet« betreibt. Die »Jungle World« sprach mit ihr über die Vorgeschichte der Demonstration und ihre Bewertung sowie die Nachwirkungen.
2026/04 Bernhard Weidinger, Politik­wissenschaftler, im Gespräch über rechte Hochschulgruppen in Österreich

»Seit Jahrzehnten auf verlorenem Posten«

Jüngst tauchte eine Studierendengruppierung namens Aktion 451 an österreichischen Hochschulen auf. Sie wirbt mit Lesekreisen und Propagandakampagnen für ein Gegenprogramm zur angeblich vorherrschenden linken Hochschulkultur. Die »Jungle World« sprach mit Bernhard Weidinger vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes über die Gruppe und ihren rechtsextremen Hintergrund.
Fließband in einer Ford-Fabrik in Highland Park, Michigan
2026/03 Nicole Mayer-Ahuja, Soziologin, im Gespräch über solidarische Arbeitspolitik

»Die Bedingungen für Solidarisierung sind nicht günstig«

Soziale Spaltungen und Belastungen sind der Arbeitssoziologin Nicole Mayer-Ahuja zufolge nicht nur historische Relikte, sondern unmittelbar erfahrbar im heutigen Arbeitsalltag. Die »Jungle World« sprach mit ihr darüber, wie sich Klassenspaltung durch Lohnarbeit in der Gegenwart ausprägt und wie solidarische Politik aussehen kann.
Heißer Herbst 1969, hier Streik bei Pirelli in Mailand
2026/02 Sergio Bologna, operaistischer Intellektueller, im Gespräch über Giorgia Melonis Aufstieg

Jungle+ Artikel »Berlusconi ebnete der extremen Rechten den Weg«

Seit Oktober 2022 amtiert die rechtsextreme Politikerin Giorgia Meloni als Ministerpräsidentin in Italien. Die »Jungle World« sprach mit dem operaistischen Intellektuellen Sergio Bologna über die historischen Hintergründe des Aufstiegs Melonis und ihrer rechtsex­tremen Partei Fratelli d’Italia.
Ralf Hoffrogge spricht in ein Mikro
2026/01 Ralf Hoffrogge, Historiker, im Gespräch über die Berliner Mietenbewegung

Jungle+ Artikel »Ein Linksruck im Rechtsruck«

Der Historiker Ralf Hoffrogge zeichnet in seinem Buch »Das laute Berlin« die Geschichte der Mietenbewegung nach: von frühen Miet­streiks über verlorene Kämpfe der Nachwendezeit bis zur Kampagne »Deutsche Wohnen & Co. enteignen«. Die »Jungle World« sprach mit ihm über Protestzyklen, Erfolge und Niederlagen, Klassenfragen und strategische Fehler.
2025/51 Rabea Weihser, Buchautorin, im Gespräch über Aspekte einer Kulturgeschichte der Selbstgestaltung

»Was Menschen als schön empfinden, ist das Lebendige«

Die Kulturgeschichte der Selbstgestaltung bewegt sich zwischen Selbstbemächtigung und Unterwerfung unter leidvolle Zwänge, seien sie durch vormoderne Formen der Klassengesellschaft, kapitalistisch oder patriarchal geprägt. Die »Jungle World« sprach mit Rabea Weihser über historische Schönheitsideale, das Verhältnis des Schönen zum Tod und darüber, warum man im Kapitalismus nicht altern darf.
Das kolumbianische Amazonasgebiet
2025/50 Jani Silva, kolumbianische Umweltschützerin, im Gespräch über Milizen und Konzerne

»Von der Regierung erhalten wir keine Unterstützung«

Die Umweltschützerin Jani Silva erhält seit Jahren Morddrohungen von bewaffneten Milizen. Aus Sicherheitsgründen ist es der Präsidentin der Bauernorganisation Adispa nicht mehr möglich, in die von ihrer Organisation verwaltete Schutzzone im kolumbianischen Amazonasgebiet zu reisen. Die »Jungle World« sprach mit Silva über die Gefahren ihres Engagements.
Mikola Dziadok
2025/49 Mikola Dziadok, bela­russischer Anarchist, im Gespräch über seine Haftzeit, Foltermethoden und politische Fehleinschätzungen

»Die Häftlinge sollen gebrochen werden«

Im September wurde der belarussische Anarchist und Journalist Mikola Dziadok durch Vermittlung der US-Regierung nach fünf Jahren aus dem Gefängnis in Belarus entlassen, zusammen mit anderen politischen Gefangenen, darunter Oppositionelle, Journalisten und regierungskritische Demonstranten. Die »Jungle World« sprach mit Dziadok über seine Zeit in Haft, Foltermethoden und fatale politische Fehleinschätzungen.
2 verschiedene Ausgaben der "Protokolle"
2025/49 Felix Moeller, Regisseur, im Gespräch über seinen Dokumentarfilm »Weltkarriere einer Lüge«

»Die Mutter aller Fake News einmal ins Zentrum stellen«

Ungeachtet des Wissens, dass es sich bei den »Protokollen der Weisen von Zion« um eine Fälschung handelt, ist das antisemitische Pamphlet zu weltweitem und anhaltendem Einfluss gelangt und bietet in gesellschaftlichen Krisen immer wieder aufs Neue Material, um den Verschwörungswahn zu schüren. Die »Jungle World« sprach mit dem Regisseur Felix Moeller über seinen Dokumentarfilm »Weltkarriere einer Lüge«.
Ben Salomo
2025/48 Ben Salomo, Autor und ehemalige Rapper, im Gespräch über Antisemitismus an deutschen Schulen

»Eltern schicken ihre Kinder nach Israel«

Seit sechs Jahren besucht der Rapper Ben Salomo deutsche Schulen und klärt dort über Antisemitismus auf. Über seine dabei gemachten Erfahrungen hat er vor kurzem zusammen mit dem Journalisten Christoph Lemmer das Buch »Sechs Millionen, wer bietet mehr? Judenhass an deutschen Schulen« veröffentlicht. Im Interview mit der »Jungle World« spricht er über die Bedeutung der Kufiya, seine Reise nach Israel zu den Tatorten der Massaker vom 7. Oktober 2023 und Antisemitismus an deutschen Schulen.