Von Tunis nach Teheran

Ohne Diejenigen, die heute in kaltem Amtsdeutsch als "Ortskräfte" bezeichnet werden, hätte die Bundeswehr, hätten deutsche Behörden, Organisationen und Stiftungen, in Afghanistan buchstäblich nichts ausrichten können. In der deutschen Öffentlichkeit fehlt vielfach jede Vorstellung von der immensen Bedeutung dieser Unterstützer*innen, die zwar meist ein gutes Gehalt bezogen haben, aber sich und ihre Familie auch dauerhaft der Lebensgefahr aussetzten.

Die Times of Israel berichtet:

In the latest Israeli threat of military action against Iran, Finance Minister Avigdor Liberman said Tuesday that a conflict was inevitable and was the only way to stop the Islamic Republic from reaching nuclear capability.

Speaking with the Walla news site, Liberman said that “a confrontation with Iran is only a matter of time, and not a lot of time.”

In Köln soll der Muezzin künftig einmal pro Woche öffentlich zum Gebet rufen. Das ist kein Zeichen einer drohenden Islamisierung.

 

Der Ruf des Muezzins weckt in mir unangenehme Erinnerungen. Daher verstehe ich den Impuls vieler Ex-Muslim*innen, gegen die Entscheidung der Stadt Köln zu wettern. Trotzdem ärgert mich diese Debatte. Denn statt notwendiger inhaltlicher Kritik an Islamverbänden zu formulieren, werden pauschale Angst und Ressentiments geschürt.

Die Menschen in Gaza werden aufgeben, die Verbesserung ihrer Lebensrealität vor Ort zu fordern, und stattdessen mehr Arbeitsgenehmigungen von Israel fordern.

 

Seit vielen Jahren versuchen die Palästinenser, ihre Ablehnung gegenüber ihren Machthabern und deren politischen System zum Ausdruck zu bringen. Die Bevölkerung leidet unter den miserablen Auswirkungen der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen, die ihnen die Machthaber aufbürden. Die Bürger des Gazastreifens streben nach den einfachsten Rechten, die für sie nicht viel mehr als ein Traum sind.

Auch wenn Teilnehmer mit Haftbefehlen und Morddrohungen konfrontiert waren, sind die Organisatoren optimistische, dass die Friedenskonferenz das Anzeichen eines Wandels im Irak sei.

 

Es war ebenso bemerkenswert wie unerwartet. Mehr als 300 Iraker, sowohl Sunniten als auch Schiiten, versammelten sich am 24. September in der irakisch-kurdischen Stadt Erbil zu einer Konferenz im Ballsaal eines Hotels, um zu fordern, dass ihr Land dem Abraham-Abkommen beitritt und Beziehungen zum jüdischen Staat aufnimmt.

Über schwere Unruhen in krisengeschüttelten Hauptstadt des Libanon berichtet der Guardian:

At least six people have died in Beirut’s worst street violence in 13 years, as hundreds of armed militia men took to the streets and much of the city was forced into lockdown by heavy fighting.

Hier ein kurzes Interview mit mir über den Ausgang der Wahlen im Irak:

Vor einem Monat wurde vor dem Szenario gewarnt, nun ist es wie zu erwarten war eingetreten: Im Libanon sind vergangenen Freitag und Samstag die Lichter ausgegangen.

 

Vorbei scheinen die Zeiten eines nur kalten Friedens zwischen Ägypten und Israel. Solche Töne hätte man früher kaum aus Kairo gehört:

Egyptian President Abdel Fattah al-Sisi praised Egypt’s peace treaty with Israel during an event commemorating the 1973 war between the two states. 

Der Selbstmordattentäter des IS-Khorasan, der Ende August einen Terroranschlag auf den internationalen Flughafen von Kabul verübte, bei dem 13 US-Soldaten und Dutzende Afghanen getötet wurden, war nach Angaben von US-Beamten nur wenige Tage zuvor aus einem Gefängnis in der Nähe von Kabul entlassen worden, als die Taliban die Kon

In der Türkei sucht man gerade nach Wegen, noch mehr Syrerinnen und Syrer in ihr Land zurückzuschieben und auch in Europa wächst der Druck.

Nach einem Wochenende mit einem weiteren arabischen Todesopfer, trat erstmals die von der neuen Regierung ins Leben gerufene Behörde zur Bekämpfung von Verbrechen in der arabischen Gesellschaft zusammen. 

 

Deutschland forderte jahrelang Dialog und Frieden, wenn es um Syrien ging. Inzwischen klingen offizielle Äußerungen, als stammten sie aus therapeutischen Selbsthilfegruppen.

 

Im Nahen Osten findet gerade die große Annäherung an das Assad-Regime statt. Wohl vermittelt durch den irakischen Präsidenten Berham Saleh telefonierte zum ersten Mal seit Jahren der jordanische König mit dem syrischen Präsidenten. Zudem stimmte er einem Deal zu, der vorsieht, dass Ägypten via Syrien Energie an den bankrotten Libanon liefern darf, dessen Bevölkerung unter dauernden Blackouts zu leiden hat.

Bei den Wahlen am nächsten Sonntag im Irak wird auch über den Iran abgestimmt, dessen offene und verdeckte Einflussnahme auf immer mehr Widerstand im Land stößt. Die Massendemonstrationen der vergangenen Jahre richteten sich ja nicht nur gegen die korrupte politische Klasse im Irak, sondern auch dezidiert gegen die Islamische Republik. Allerdings kursieren ebenso Aufrufe aus Kreisen der außerparlamentarischen Opposition, die zum Wahlboykott aufrufen. Ob sich also der Unmut an den Urnen nächsten Sonntag wirklich niederschlagen wird, bleibt deshalb abzuwarten.