Beiträge zu Roman

Platten im Plattenladen
2026/26 dschungel Maik Brüggemeyers literarischer Abgesang auf den Popjournalismus

Der Pop von gestern

Maik Brüggemeyer hat einen tragikomischen Roman über einen Musikjournalisten in seinen Endvierzigern geschrieben: Peter Justen verliert seine Arbeit, als das Berliner Popmagazin, für das er tätig ist, eingestellt wird. Daraufhin nimmt er eine Stelle in einer lokalen Tageszeitung in der alten Heimat an, aus der er einst geflohen war.
Ingeborg Bachmann, hier in ihrer Küche in Rom, blättert im Stehen durch eine Zeitung
2026/26 dschungel Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann

Jungle+ Artikel Arbeit? Schriftstellerin!

Die Person Ingeborg Bachmann ist in der Öffentlichkeit viel diskutiert worden, ihr Schreiben im Vergleich dazu wenig. Eine Reihe an neuen Biographien und ein Dokumentarfilm über die österreichische Schriftstellerin, die am 25. Juni ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte, lassen es nun auch zu, ihr Werk, allem voran ihren Roman »Malina«, nicht mehr rein autobiographisch oder akademisch zu lesen, sondern als die Arbeit einer großen und radikalen Autorin.
Skispringen
2026/24 dschungel Die phantastische Biographie eines dichtenden Skispringers

Jungle+ Artikel Das richtige Leben des Alvaro Maderholz

Auf seiner Reise über Kontinente hinweg verwebt der Schriftsteller Clemens Böckmann Archivmaterial, ­Passkopien und Gedichte zu einem vielstimmigen Text über Herkunft und Erfindung, in dessen Mittelpunkt die Geschichte des chilenisch-österreichischen Dichters und Skispringers Alvaro Maderholz steht. Ein Abdruck aus seinem bei Matthes & Seitz erschienenen Roman »Das richtige Leben des Alvaro Maderholz«.
Hinterhof im Prenzlauer Berg
2026/23 dschungel Auszug aus dem Roman über eine Liebe zwischen Künstlern

Jungle+ Artikel Frequenzen

Adam und Eva treffen sich nicht im Paradies, sondern im Prenzlauer Berg in Berlin: Der Künstler und die Schriftstellerin gehen eine wilde Affäre ein, die für Eva bald zermürbend wird … Ruth Herzberg fragt in ihrem Roman »Frequenzen« nicht nur, was Kunst, sondern auch, was Liebe ist – und ab wann sie es nicht mehr ist.
Ulrike Meinhofs Stilisierung zur Ikone: Transparent im Protestcamp gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf 1985/86
2026/19 Hintergrund 50 Jahre nach dem Tod Ulrike Meinhofs – Kritik an den gängigen linken Darstellungen der RAF-Suizide

Jungle+ Artikel Tod in Stammheim

In der Nacht zum 9. Mai 1976 nahm sich Ulrike Meinhof im Gefängnis Stuttgart-Stammheim das Leben. Im Herbst 1977 folgten weitere Suizide von RAF-Gefangenen, die als Staatsmorde inszeniert wurden. Stephanie Barts Roman »Erzählung zur Sache« schildert die Tode als Morde. Ihre Romanfigur »Ensslin« träumt ihre Erhängung und äußert dabei Freude darauf, das eigene Begräbnis könne »Widerstand entfalten«. Für solche RAF-apologetischen Darstellungen beruft sich die Autorin auf Peter Weiss und dessen »Ästhetik des Widerstands« – zu Unrecht.
Nelio Biedermann
2026/09 dschungel Warum der Schriftsteller Nelio Biedermann zu Unrecht als »Wunderkind« gehandelt wird

Wunderkind mit Gleichgewichtsstörung

Der 2003 geborene Schriftsteller Nelio Biedermann wird als Ausnahmetalent gefeiert. Sein kürzlich erschienener Roman »Lázár«, der Anleihen bei seiner Familiengeschichte nimmt, beeindruckt zunächst zwar sprachlich, erweist sich aber als platt und banal.
Bleistiftzeichnung eines Gerichtszeichners der RAF-Angeklagten in Stuttgart-Stammheim
2025/48 Hintergrund Die »Erklärung zur Sache« der RAF und ihre literarische Verarbeitung

Jungle+ Artikel In Sachen RAF-Nostalgie

Anfang 1976 gaben Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe im Stammheimer RAF-Prozess eine ausführliche »Erklärung zur Sache« ab. Darin benannten sie speziell das US-Monopolkapital als Feind der Menschheit: Es habe 1945 das deutsche Proletariat »kolonisiert«, aber seine Weltherrschaft könne jetzt durch die Guerilla ins Wanken gebracht werden. Knapp 50 Jahre später macht sich die Autorin Stephanie Bart 2023 den Text in ihrem Roman »Erzählung zur Sache« zu eigen und aktualisiert ihn.
Wüstenstraße in Algerien
2025/48 dschungel ‍Kamel Daouds Roman über den algerischen Bürgerkrieg

Jungle+ Artikel Algerierin ohne Stimme

Dem algerischen Bürgerkrieg, der in den neunziger Jahren zwischen Islamisten und Regierungskräften tobte, setzt der Schriftsteller Kamel Daoud mit seinem Roman »Huris« ein Denkmal. Die Geschichte seiner Protagonistin Aube ist kein Heldenmythos, sondern eine zarte Erzählung über die Macht der Sprache und der Erinnerung in einem Land, das diejenigen verfolgt, die über den totgeschwiegenen Krieg reden wollen.
Pier Vittorio Tondelli mit einem Buch in der Hand und einer Tabakpfeife im Mund
2025/47 dschungel In seinem letzten Roman »Getrennte Räume« verhandelte Pier Vittorio Tondelli seine Aidserkrankung und seinen schwulen Selbsthass

Im Bewusstsein der Krankheit

Der italienische Schriftsteller Pier Vittorio Tondelli schrieb seinen letzten Roman »Getrennte Räume« während seiner Aids-Erkrankung. Das 1989 erstmals veröffentlichte Buch beschreibt die Reise des Protagonisten Leo durch mehrere Länder – und den Selbsthass, der ihn quält.