Beiträge zu Zionismus

Zachary J. Braiterman
2026/22 Interview Zachary J. Braiterman, US-amerikanischer Linkszionist, im Gespräch über Zionismus und die Probleme Israels

»Israel sollte sein Haus in Ordnung bringen«

Zachary J. Braiterman versteht sich als linker Zionist und kommentiert aus dieser Warte die US-amerikanische Debatte. Die »Jungle World« sprach mit ihm über den wachsenden Antisemitismus und Gründe, Umfragen zum Thema Israel mit Vorsicht zu genießen.
Plakate des "Bund" von 1936 (l.) und 1917
2026/21 Geschichte »Der Bund«, die jüdische Arbeiterpartei, wird von der US-Autorin Molly Crabapple neu entdeckt

Jungle+ Artikel Jüdisch und militant

Die US-amerikanische Künstlerin und Autorin Molly Crabapple hat ein politisches und persönliches Buch über den Jüdischen Arbeiterbund geschrieben. Sie sieht diesen als Vorbild für ihren Antizionismus, doch zeigt ihr Buch auch, dass die Geschichte des Bunds widersprüchlicher und komplizierter ist.
Arbeiter bauen in der Wüste Negev eine Straße
2026/20 dschungel Die zionistische Forderung nach Verständigung mit der arabischen Bevölkerung

Jungle+ Artikel Der Traum von der Verständigung und woran er scheiterte

In ihrem Buch über den Verständigungszionismus zeigt die Historikerin Anja Siegemund auf, dass das Streben nach Ausgleich mit der arabischen Bevölkerung ein wichtiges Merkmal des zentraleuropäischen Zionismus war.
Gad Beck (r.) auf dem Christopher Street Day
2025/42 Inland Ein Hausprojekt sagte einen Film über eine jüdische Widerstandsgruppe ab, denn diese sei zionistisch

Jüdischer Widerstand unerwünscht

Ein linkes Hausprojekt in Berlin sagte die Vorführung eines Films über jüdischen Widerstand in der Nazi-Zeit im letzten Moment ab. Der Grund war die »zionistische Ausrichtung« der Widerstandsgruppe um Gad Beck.
Blick von der Ruine der ehemaligen jüdischen Festung Masada, die ein militärisch bedeutsamer Ort der Macht in Israel ist
2025/31 dschungel Gerhard Scheit, Autor, im Gespräch über die Gründe dafür, warum die Solidarität mit Israel schwindet

Jungle+ Artikel Der jüdische Souverän und die Dialektik der Aufklärung

Nach »Suicide Attack – Zur Kritik der politischen Gewalt« (2004) und »Der Wahn vom Weltsouverän – Zur Kritik des Völkerrechts« (2009) legt Gerhard Scheit sein neues Buch »Für Israel. Vier Kapitel über Souveränität als Einführung in negative Urteilskraft« vor, in dem er veränderte Konstellationen in Bezug auf Israel und den Zionismus für die Gegenwart und die Geschichte zu erhellen sucht. Ausgerechnet in einer Zeit, erklärt Scheit im Hinblick auf den 7. Oktober, in der das kritische Bewusstsein darüber, was Souveränität beinhaltet, am dringendsten nötig wird, schwinde es. Wo es verlorengeht, drohe die Solidarität mit dem jüdischen Staat einzubrechen.
Spielbrett vor dem Kopf. Für wie problematisch die Settler Colonial Studies wohl das Spiel »Die Siedler von Catan« halten?
2024/45 dschungel Der Autor Adam Kirsch kritisiert die Settler Colonial Studies

Jungle+ Artikel Paradigma des Siedlerkolonialismus

In den Settler Colonial Studies gilt Israel als Paradebeispiel des »Siedlerkolonialismus«. Dieses aktivistische Konzept, nach dem sogar die Verleihung von Staatsbürgerrechten an Indigene als »genozidal« gilt, hat sich der Autor Adam Kirsch für sein neues Buch angenommen.
Blick über Jerusalem, 1931
2024/34 dschungel Die Geschichte hinter Arnold Zweigs Roman »De Vriendt kehrt heim«

Jungle+ Artikel Zwischen Tatsache und Fiktion

Am 30. Juni 1924 wurde in Jerusalem der Jurist und Schriftsteller Jacob Israël de Haan erschossen, der Täter war Mitglied der Haganah. Arnold Zweig veröffentlichte 1932 den Roman »De Vriendt kehrt heim«, für den er aus dem Attentat auf de Haans eine Art Kriminalgeschichte spann, in der die Diskussionen der Zionisten und die Konflikte zwischen Juden und Arabern im britischen Mandatsgebiet Palästina eine große Rolle spielen.
Während heftiger arabisch-jüdischer Kämpfe um die Kontrolle über Jerusalem am 3. Juni 1948 schickt eine explodierende arabische Granate eine Rauchwolke über die alte Stadtmauer (l.); Historiker Benny Morris, 2007
2024/23 dschungel Warum Rashid Khalidi kein palästinensischer Neuer Historiker ist

Der Krieg gegen die Geschichte

Im Frühjahr 2020 erschien das vielbeachtete Buch »The Hundred Years’ War on Palestine: A History of Settler Colonialism and Resistance, 1917–2017« des US-amerikanisch-palästinensischen Historikers Rashid Khalidi, in dem der Autor den Zionismus als Siedlerkolonialismus und Instrument des britischen und US-amerikanischen Imperialismus darstellt. Das Buch hat die US-amerikanische Debatte über den israelisch-palästinensischen Konflikt maßgeblich beeinflusst. Dabei, so kritisierte der israelische Historiker Benny Morris in seiner 2020 in der »Jewish Review of Books« veröffentlichten Rezension, enthält es eine vereinfachende und verzerrende Darstellung der Geschichte und unterschlägt wesentliche historische Fakten. Aus Anlass des Erscheinens der deutschen Übersetzung von Khalidis Buch (»Der Hundertjährige Krieg um Palästina: Eine Geschichte von Siedlerkolonialismus und Widerstand«) dokumentiert »Jungle World« mit Einverständnis von Verlag und Autor Morris’ ausführliche Kritik an Khalidis Deutung des Konflikts.
Jüdinnen und Juden fliehen aus der Jerusalemer Altstadt, August 1929
2023/48 Geschichte Bereits vor der Gründung Israels goutierte die KPD arabischen Judenhass

Antiimperialistischer Judenhass

Schon vor 100 Jahren glorifizierten die Kommunist:innen der Inter­na­tionale Pogrome und Massaker an Juden und Jüdinnen im Mandats­ge­biet Palästina durch Araber:innen als antiimperialistischen Widerstand. Die jüdischen Antizionist:innen der Kommunistischen Partei Palästinas mussten sich auf den Schutz durch die Haganah verlassen.
Provozierte mit zweifelhaften Thesen: Slavoj Žižek bei seiner Rede auf der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse, 17. Oktober
2023/47 Geschichte Slavoj Žižek verbreitete auf der Frankfurter Buchmesse Mythen über die Nazis und Zionismus

Jungle+ Artikel Der Mythos von den Nazi-Zionisten

Slavoj Žižek Rede bei der Frankfurter Buchmesse hat viel Kritik hervorgerufen. Weniger beachtet wurde dabei sein Insistieren darauf, dass es heutzutage immer mehr rechtsextreme Unterstützer Israels gebe – wobei Žižek sogar einen der Hauptorganisatoren des Holocausts, Reinhard Heydrich, als Zionisten bezeichnete.