Beiträge von Robert Zwarg

Claude Lanzmann auf dem Weg zum Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers Treblinka
2026/36 dschungel Forschungsprojekt zu Claude Lanzmann

Jungle+ Artikel »Eigentlich war es ein sehr unwahrscheinliches Werk«

Neun Stunden dauert Claude Lanzmanns 1985 erschienener Film »Shoah« über die Ermordung der europäischen Juden. Zwölf Jahre hatte der französische Journalist daran gearbeitet und über 220 Stunden an Filmmaterial aufgenommen. Mit dem, was es nicht in den finalen Film geschafft hat, den »Outtakes«, beschäftigt sich der Filmwissenschaftler Christoph Hesse im Rahmen eines Forschungsprojekts. Mit der »Jungle World« sprach er über über die Genese des Films, den Status der Outtakes und darüber, was für eine Rolle »Shoah« in Bezug auf derzeitige Holocaustrelativierung spielt.
2025/22 dschungel Howard Zinns »Eine Geschichte des amerikanischen Volkes« frönt einem schematischen Dualismus

Jungle+ Artikel Manichäisches Märchen

Howard Zinns Klassiker »Eine Geschichte des amerikanischen Volkes« erschien 1980 in den USA – eine deutsche Übersetzung kam 2006 heraus, nun folgt eine Neuauflage. Das Buch, das die Geschichte der USA explizit aus der Sicht der Unterdrückten erzählen will, unterdrückt dabei selbst Geschichte – und gibt sich einem schematischen Dualismus von Gut und Böse hin.
Arbeitet sich an der fünften Einstellung von »La Jetée« ab: Die Filmemacherin Dominique Cabrera (links)
2024/45 dschungel Das Dok-Filmfestival Leipzig und der Beitrag der Wettbewerbssiegerin Dominique Cabrera

Unwillkürliche Erinnerung

Beim diesjährigen Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm überzeugt vor allem der mit dem Hauptpreis ausgezeichnete Beitrag »La Jetée, the Fifth Shot«, für den die algerisch-französische Dominique Cabrera dem Kurzfilm »La Jetée« des Experimentalfilmers Chris Marker nachforschte.
Fliehender Reporter. Tagebücher, Ausweise, Dokumente und Briefe von Siegfried Kracauer in einer Ausstellung in Frankfurt/Main, 2014
2024/41 dschungel Siegfried Kracauer schrieb im Exil in Frankreich die Vorstudien zu seiner »Theorie des Films«

Danse macabre in Marseille

Während Siegfried Kracauer auf dem Weg ins US-amerikanische Exil 1940 in Marseille festsaß, widmete er sich ausgerechnet dem Medium der Bewegung – dem Film. Der dabei entstandene »Marseiller Entwurf« sollte die Vorstudie zu seinem 20 Jahre später erschienenen Buch »Theorie des Films« werden.
Noch mehr Wort­kuddelmuddel. Auch in der Sächsischen Landes­bibliothek kann man jetzt »podcasten«, in ­einem kürzlich dafür eingerichteten Studio
2024/35 dschungel Für jeden was dabei: die Plauderei der Podcasts

Jungle+ Artikel Endloses Labern

Podcasts galten zunächst als ein Weg, die Medienöffentlichkeit zu demokratisieren. Doch das Dauergelabere, die vermeintliche Authentizität der Betreiber und die banalen Inhalte sorgen dafür, dass in den meisten Podcasts zwar viel geredet, aber nichts gesagt wird.
Der Schriftsteller Joshua Cohen
2023/14 dschungel Joshua Cohens Buch »Die Netanjahus« oszilliert zwischen Campusroman und Autofiktion

Die unbrauchbare Vergangenheit

Joshua Cohens mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneter Roman »Die Netanjahus« erzählt von einem jüdischen College-Professor in den fünfziger Jahren, der eine berühmte Familie bei sich aufnimmt. Gekonnt spielt Cohen dabei mit Fragen nach dem Biographischen und der Autofiktion.
Filmstill aus Reminiscences von Jonas Mekas
2022/35 dschungel Jonas Mekas drehte in den Siebzigern in seinem Geburtsort in Litauen

Brüchiges Idyll

Der Filmemacher Jonas Mekas reiste in den siebziger Jahren in seinen Geburtsort nach Litauen. Der Film, der dabei entstand, ist eine Meditation über Flucht, Emigration und Erinnerung.