Artikel von Georg Seeßlen

»HOPE«. Zeichnung von Barbara Lüdde (2019, Tusche auf Papier, 36 x 48 cm)
Thema Pandemie, Erderwärmung und ­Ukraine-Krieg schüren die deutsche Angstlust am Untergang

Die Flucht in den Mythos

Zwischen Pandemie und Erderwärmung weckt der Krieg in der Ukraine bei vielen Deutschen Weltuntergangsängste und Sehnsucht nach der Apokalypse, in der die Lebenslügen des neoliberalen Zeitalters platzen. Von mehr...
Mann sitzt auf grünem Monobloc
dschungel Der Film »Monobloc« porträtiert den meistverkauftesten Stuhl der Welt

Zombies der Globalisierung

Ein Film erzählt die Geschichte einer Sitzgelegenheit, die, wie alles Gewöhnliche, auch etwas Grauenvolles hat. Hauke Wendler folgt darin den Spuren des Monobloc-Stuhls von Europa bis in die Megastädte des Globalen Südens. Von mehr...
Mann in Weste mit Sonnenbrille und Zigarette
dschungel Das System Reichelt

Das System im System

Nach der Entlassung von Julian Reichelt stellt sich die Frage, warum Machtmissbrauch in einer Gesellschaft, die Gleichberechtigung, Diversität und Respekt propagiert, so lange geduldet wird. Und warum ein System sexueller Ausbeutung immer noch und immer wieder funktioniert. Von mehr...
Scheuer
Thema Die Ära Merkel war eine Zeit politischer Lähmung und kulturellen Stillstands

Die große Lähmung

Angela Merkel geht im matten Glanz unspektakulärer Zustimmung: Bald endet die letzte Amtszeit Angela Merkels als Bundeskanzlerin und alles deutet darauf hin, dass danach nichts Besseres kommen wird. Von mehr...
Nase
dschungel Bruno Jasieński variierte ­Nikolaj Gogols Erzählung »Die Nase«

Die zweite Nase

Der russische Satiriker Bruno Jasieński persiflierte 1936, 100 Jahre nach der Veröffentlichung von Nikolaj Gogols Erzählung »Die Nase«, den deutschen Rassenwahn in der Figur eines nationalso­zialistischen Professors für Rassenkunde, der eines Tages zu seiner vollkommenen ­Überraschung mit einer »jüdischen« Nase im Gesicht dasteht. Jetzt ist das Buch in deutscher Übersetzung erschienen. Von mehr...
Tüte
dschungel IMPRINT: Wie der Neoliberalismus Lebens­verhältnisse und Individuen formt

Beute & Gespenst

Der Neoliberalismus ist weit mehr als nur eine ökonomische Ordnung, er prägt und formt alle Lebens­verhältnisse und die Individuen selbst. Dabei begann der Nachkriegskapitalismus so freundlich – mit dem Neckermann-Katalog und dem Versprechen, dass »Wohlstand für alle« erreichbar sei. Imprint Von mehr...
Leere Bühne - Wegen des »Lockdowns« blieben die Bühnen leer, die Form der Homecomedy setzte sich durch
Thema Über das Lachen unter verschärften gesellschaftlichen Bedingungen

Ausweitung der Lachzone

Das Lachen ist auf den Hund gekommen. Daran hat nicht nur die stete Kommerzialisierung der humoristischen Darbietungen ihren Anteil, sondern auch die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen das Lachen herausbricht. Von mehr...
Querdenker Gaukler mit Schild
dschungel Doomscrolling ist ein Krisensymptom

Die Suche nach dem apokalyptischen Echo

Die Coronakrise hat neue Wörter und Verhaltensmuster hervorgebracht. In einem noch zu schreibenden Lexikon der Pandemie wird auch der Begriff »Doomscrolling« einen Eintrag erhalten. Ist das endlose Konsumieren schlechter Nachrichten einfach nur eine Angewohnheit wie das Essen fettiger Chips? Oder arbeitet es einem faschisierten Weltbild zu? Von mehr...
dschungel Die Bedeutung der Diversität in Hollywood und anderswo

Schmuggelware aus der Traumfabrik

Anfang September hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences verkündet, dass die Oscar-Nominierung als bester Film an Diversity-Kriterien geknüpft werden soll. Subversion gibt es im Hollywood-Film aber schon weitaus länger, als über die Widersprüche der Diversität diskutiert wird. Von mehr...
Thema Der Neoliberalismus zerstört die Urbanität der Metropolen

Die Entleerung der Stadt

Im Neoliberalismus vollzieht sich eine fundamentale Enturbanisierung. Doch die Menschen, die in den Städten leben, haben mehr zu verlieren als deren Urbanität. Von mehr...