Die Pioniere des Internets entwarfen dieses als einen Raum ohne Kontrollinstanzen, legten aber großen Wert auf »Netiquette«. Heutzutage wollen hingegen Rechtslibertäre wie J. D. Vance ein Internet, in dem sich Brutalität und Wahn frei entfalten können.
Als Facebook-Queen und gefürchtete Online-Spötterin propagiert die gescheiterte Künstlerin Gerhild Pfister die totale Social-Media-Existenz. Doch Gerhild hat Krebs und muss bald sterben. Vorher will sie noch so viel digitalen Staub wie möglich aufwirbeln. Durch die Affäre mit dem Paketzusteller Haydar schlägt ihr Schicksal unerwartet auf analogem Boden auf und bringt ihre mit Hilfe psychotroper Drogen stabilisierte »Sterbe-Souveränität« ins Wanken. Auszug aus dem in diesen Tagen erscheinenden satirischen Roman »Der Paketzusteller«.
Die US-Wettbewerbsbehörde FTC hat Meta verklagt, weil es mit dem Aufkauf von Instagram und Whatsapp zum Monopolisten geworden sei. Bei dem bevorstehenden Prozess geht es allgemein um die Frage, wie mit der besonderen Marktmacht von IT-Konzernen umzugehen ist.
Mit großer Geste kündigen viele an, Elon Musks Plattform X wegen dessen Trump- und AfD-Unterstützung zu verlassen. Doch auch jenseits von X gibt es keine heile Social-Media-Welt.
In Kenia säubern Content-Moderatoren für einen Stundenlohn von zwei Euro soziale Medien von traumatisierenden Gewaltdarstellungen. Gegen den Widerstand von Facebook und seinem Outsourcing-Partner beschlossen sie nun die Gründung einer Gewerkschaft.
Mit dem neuerlichen hohen Bußgeld der irischen Datenschutzbehörde hat Meta in Europa binnen eineinhalb Jahren eine Milliarde Euro an Strafzahlungen auferlegt bekommen. Schwerer dürfte für den Konzern allerdings wiegen, dass sein Geschäftsmodell in Frage steht.
Im Streit mit der australischen Regierung um Nutzungsgebühren hat Facebook neben Nachrichtenseiten auch Gesundheitsbehörden blockiert und die Verbreitung von »fake news« erleichtert.
Die Monopolisierung der IT-Industrie führt zu einer beispiellosen Konzentration von Macht und Reichtum. Eine ernsthafte Konkurrenz ist nur der chinesische Staatskapitalismus.
Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus drohen den Internetkonzernen Amazon, Apple, Facebook und Google mit einer kartellrechtlichen Zerschlagung. Die Konzerne reagieren gelassen.
Facebook will mit »Libra« ein neues Zahlungssystem schaffen. Sollte es Erfolg haben, dürfte etwas entstehen, das größer ist als die meisten Bankhäuser dieser Welt.
Monika Schwarz-Friesel ist Antisemitismusforscherin und Kognitionswissenschaftlerin an der TU Berlin. Von 2014 bis 2018 war sie Leiterin des DFG-Forschungsprojekts »Antisemitismen im World Wide Web«. Im Juli stellte sie die Langzeitstudie »Antisemitismus 2.0 und die Netzkultur des Hasses« vor.
Soziale Medien behaupten, ihren Nutzern die Kommunikation mit Freunden so einfach und reibungslos wie möglich zu gestalten. Viele werden von der Angst, etwas zu verpassen (dem Urban Dictionary zufolge »Fomo«), in die Abhängigkeit getrieben.
Mit einer Copyright-Reform will die EU die Zirkulation von Inhalten im Internet strenger regulieren. Der Einsatz von Upload-Filtern und das Leistungsschutzrecht für Verlage werden als weiterer Schritt in Richtung einer restriktiven Netzpolitik kritisiert.