Thomas von der Osten-Sacken

Im Sudan gehen die Proteste und Demonstrationen auch im neuen Jahr weiter. Wie kaum anders zu erwarten, reagiert das Regime von Omar al-Bashir mit brutaler Repression. Es wird scharf geschossen, Oppositionelle werden verhaftet und Demonstrationen – kaum, dass sie sich bilden – mit Gewalt aufgelöst.

Es ist die 86 Frau, die unter dem angeblich so moderaten Präsidenten Rouhani hingerichtet wurde. Ihr Verbrechen: Sie hielt es nicht mehr aus und brachte einen Mann um, der sie systematisch missbrauchte. Und da liegt die Schuld natürlich bei der Frau und dafür wurde sie gehängt:

Es passiert nicht so häufig, dass Menschen im Oman auf die Straße gehen. Die Gründe sind vielfältig, vor allem aber wird das Land mit harter Hand regiert und Opposition nicht zugelassen – außer sie ist handzahm und stellt weder die Macht des seit Jahren kränkelnden Sultans in Frage noch das politische System.

Was genau hat Donald Trump jetzt eigentlich über seine Abzugspläne aus Syrien und den Iran gesagt? Seine kurze Ansprache hat viele verwirrt. Seth J. Frantzman versucht sie einzuordnen:

Manchmal gibt es auch gute Nachrichten aus dem Nahen Osten, etwa die, dass seit einiger Zeit viel weniger Mädchen in Irakisch-Kurdistan genitalverstümmelt werden. Aber noch immer wird diese gewaltsame Eingriff praktiziert. Nun kündigt die kurdische Regionalregierung immerhin an, endlich ein gesetzt, das schon 2011 verabschiedet wurde auch ernsthaft umsetzen zu wollen:

In und um Manbij herrscht Chaos. Angeblich ist die Stadt den Syrern übergeben, die USA erklären, sie würden bleiben, FSA-Söldner Erdogans bereiten sich derweil zum Angriff vor. Es steht als Nato-Land USA an der Seite der PYD, die sich gerade mit Assad und Russland verbündet hat, gegen Nato-Land Türkei und mittendrin noch die Franzosen und allerlei Milizen, teilweise syrische FSA-Milizen, die einst von den USA ausgerüstet wurden.

Die Geschichte kommt einem irgendwie bekannt vor: Es ist Dezember, an einem abgelegenen Ort des Landes beginnen ein paar Menschen zu protestieren, weil ihre wirtschaftliche Lage unhaltbar geworden ist. Weitere schließen sich in anderen Städten an, die Polizei schießt scharf, bald werden Rufe nach einem Ende des herrschenden Regimes laut und die Forderung nach „Brot und Freiheit“ verbreitet sich wie ein Lauffeuer.

Die Ankündigung des US-Präsidenten alle Truppen aus Syrien abziehen zu wollen betrifft nicht nur den Nordosten, sondern auf das Gebiet um al-Tanf im Süden, wo unter anderem ein großes Lager von US-Truppen geschützt wird. Da haben wohl mal wieder ein paar zehntausend Syrer, die eh niemand haben will, weder Assad, noch die Nachbarländer, von Europa ganz zu schweigen, Pech gehabt. Wie so oft in den letzten acht Jahren:

Ba'ath Partei ist Ba'ath Partei. Ob im Irak oder Syrien. Genau so ging es unter Saddam Hussein auch zu: Da gab es jeden Montag die Säuberungen in Abu Ghraib. Ich habe später mit Überlebenden gesprochen, wie es am Tag davor war, als die Geheimdienstler durchs Gefängnis gingen und die Todeskandidaten auswählten.

Und einmal war so eine Säuberung sogar das "Geburtstagsgeschenk" Qusays an seinen Vater.

Eine Erinnerung an diese Zeiten:

Nicht nur einen Abzug aus Syrien, auch eine weitghehende Reduktion amerikanischer Truppen in Afghanistan hatte Trump verkündet. Ähnlich wie im Falle Syriens zeigen US-Militärs sich entsetzt. Und nicht nur in Teheran, Damaskus, Moskau und Ankara herrscht Freude, auch die Taliban jubeln:

Von deutschen Politikern, die bislang keinen einzigen Soldaten nach Syrien entsendet haben, mag man grad keine "konstruktive" Kritik an der katastrophalen Entscheidung Trumps hören und auch keine erhobenen Zeigefinger sehen.

Außer von ihnen käme in etwa folgendes:

"Wir bitten die USA mit dem Abzug noch solange zu warten, bis europäische Ersatztruppen bereit stehen, denen ein größeres Bundeswehrkontigent zur Verfügung gestellt wird, um die vor Ort kämpfenden Franzosen und Briten substantiell zu unterstützen.

Wenn ein Tweet von Trump besonders in die Geschichte eingehen wird, dann wohl dieses:

 

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Es kommt zusammen mit der Meldung, dass der US-Präsident einen Truppenabzug aus Nordostszrien angeordnet habe, just am Tag, als der Fall der letzten IS-Hochburg in Hajin bekannt gegeben wurde.

Glaubt man einer Umfrage, die jüngst unter Jugendlichen in der Türkei durchgeführt wurde, dann hat Erdogans Politik einer weiteren Islamisierung des Landes nicht besonders große Chancen, ja scheint auf längere Sicht zum Schietern verurteilt. Die Umfrage spricht von einem Trend, der auch in anderen Ländern der Region zu beobachten ist:

Für Jesiden, die 2014 vor dem Islamischen Staat (IS) aus dem Sinjar fliehen mussten, oder besser: denen damals die Flucht gelang, denn Zehntausende wurden von den Jihadisten vor Ort ermordet oder verschleppt, ist es der fünfte Winter, den sie im Nordirak in Lagern verbringen müssen.