In Brasilien wurde Assad Ahmad Barakat verhaftet, der als wichtiger Finanzier der Terrormiliz Hizbollah gilt

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Tourismus, riesige Stauseen, Schmuggel, Geldwäsche im Casino – die Elemente dieser Geschichte könnten auch aus der Krimiserie »Ozark« stammen, doch die Realität ist wie so oft erschreckender als die Fiktion. Am Freitag vergangener Woche nahm die brasilianische Bundespolizei den 51jährigen Geschäftsmann Assad Ahmad Barakat in Foz do Iguaçu fest, einer Stadt bei den beliebten Iguaçu-Wasserfällen am Dreiländereck zwischen Brasilien, Paraguay und Argen­tinien. Er soll nach Paraguay ausgeliefert werden, dessen Justiz ihm Identitätsdiebstahl vorwirft. Um seinen Pass in Paraguay zu verlängern, habe er falsche Angaben gemacht. Es ist eines der harmloseren Vergehen in einer ganzen Reihe von Verbrechen, derer Barakat bezichtigt wird. In den achtziger Jahren wanderte er vom Libanon nach Paraguay aus. 2004 bezeichnete das US-Finanzministerium ihn als einen der wichtigsten Unterstützer und Schatzmeister der schiitischen Terrormiliz Hizbollah. Im Dreiländereck, das seit langem berüchtigt ist für Schmuggel und Fälschungen aller Art, soll Barakat mit seinen zahlreichen Import/Export-Unternehmen Geld für die Hizbollah auftreiben und waschen. Zwar bestreitet er, Finanzier der Terrormiliz zu sein, gibt aber zu, Sympathie für sie zu hegen.

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2002 wurde Barakat in Brasilien schon einmal verhaftet, nach Paraguay aus­geliefert und dort 2003 wegen Steuerhinterziehung und krimineller Vereinigung verurteilt. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis 2008 siedelte er nach Bra­silien über. 2013 verliefen brasilianische Terrorermittlungen gegen ihn im Sande. Doch auch andere Länder interessieren sich für ihn. Im Juli fror die argentinische Justiz Vermögen der Barakat-Gruppe ein. Sie wirft ihr Schmuggel, Geld- und ­Dokumentenfälschung, Erpressung, Drogen- und Waffenhandel, Geldwäsche und Terrorfinanzierung vor. Konkret ging es um Geldwäsche von mindestens zehn Millionen US-Dollar in Casinos in der Stadt Puerto Iguazú. Bereits zuvor hatte das Amt für Kontrolle von Auslandsvermögen der USA Vermögen Barakats einge­froren. Vielleicht gibt es ja bald eine Krimiserie über ihn.