Porträt - Juan Alberto Fuentes Knight, bislang Aufsichtsratsvorsitzender der Hilfsorganisation Oxfam International

Dynamisch verdienen

Porträt

Er hat sich vermutlich selbst viel geholfen. Juan Alberto Fuentes Knight, bislang Aufsichtsratsvorsitzender der Hilfsorganisation Oxfam International, wurde am Dienstag vergangener Woche wegen Korruptionsvorwürfen in Guatemala-Stadt verhaftet und trat anschließend von seinem Amt zurück. Er soll sich in der Zeit als Finanzminister Guatemalas zwischen 2008 und 2010 der Korruption schuldig gemacht haben. Konkrete Vorwürfe sind noch nicht bekannt. Festgenommen wurden auch der von 2008 bis 2012 amtierende Präsident Álvaro Colom und acht weitere Minister der damaligen Regierung Guatemalas.

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Fuentes war Gründer und Geschäftsführer des Zentralamerikanischen Instituts für Finanzstudien (ICEFI) und Regionalberater der UN-geführten Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL). Außerdem zählt er zu den Gründern der Bewegung Semilla (Samen), die sich für einen demokratischen Rechtsstaat einsetzt und plant, 2019 als Partei zur Wahl anzutreten. Im April 2015 kündigte Fuentes als frischgebackener Aufsichtsratsvorsitzer von Oxfam International an, die Hilfsorganisation zu einem »globaleren, dynamischeren und einflussreicheren Bündnis« zu machen. Als sein Verdienst gilt der Umzug des Inter­nationalen Sekretariats von Oxford nach Nairobi. Es ist nicht der einzige Skandal, mit dem Oxfam konfrontiert ist: Erst am Montag zuvor war Penny Lawrence, ­Vizechefin von Oxfam Großbritannien, zurückgetreten, da Sexpartys von Mitarbeitern mit Prostituierten in Haiti (2011) und im Tschad (2006) nicht transparent aufgearbeitet worden waren. Die britische Entwicklungsministerin Penny Mordaunt drohte bereits mit der Einstellung finanzieller Unterstützung. Oxfam Inter­national ist ein Dachverband für 20 nationale und regionale Hilfsorganisationen, der auf Spenden angewiesen ist. So beeilte sich Oxfam Deutschland klarzustellen, dass sich die Vorwürfe gegen Fuentes nicht auf seine Funktion bei Oxfam beziehen, in der er ohnehin »keine operative Verantwortung« getragen habe. Fuentes beteuerte seine Unschuld und kündigte an, mit den Behörden zu kooperieren.