Neuwahlen jetzt!

Oche Alaaf!

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Nun, so kurz vor dem Lockdown, der morgen oder nächste Woche oder vielleicht auch erst Weihnachten verkündet werden wird (oder beim Erscheinen dieser Kolumne schon längst Tatsache ist), wäre eigentlich der ideale Zeitpunkt, alsbaldige Neuwahlen zu beschließen. Ja, wirklich. Von der neuen Regierung haben nämlich bereits jetzt praktisch alle schon genug, außer die Regierenden selbst und ihre Freunde und Familien natürlich, und deswegen kann, das Elend jetzt zu beenden, nur Vorteile bieten. Neue Gesichter, die in Talkshows wenn schon keine anderen Sachen als ihre Vorgänger zu sagen haben, dies doch dann wenigstens in anderen Dialekten tun, das wäre eine schöne Abwechslung.

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Natürlich müssten diese ganzen neue Gesichter auch auf Plakaten präsentiert werden, was zugegeben nicht günstig ist, aber wenn man den Wahlkampf auf die Zeit des Lockdowns beschränken würde, werden auch gar nicht so viele Plakate gebraucht, die Leute sind schließlich meist zu Hause, zumal auch das Wetter nicht zum Spazierengehen und Betrachten von Wahlwerbung einlädt.

Geeignete Kandidaten und Kandidatinnen für die Neuwahlen sind sicher schnell gefunden, es gibt ja schließlich in jeder Partei immer Leute, die sehr beleidigt sind, dass sie beim letzten Mal nicht als geeignet befunden wurden und die daher ohnehin bereits seit längerem an zündenden Wahlreden arbeiten.

Auch auf den ganz großen Spaß, jemanden aus der Region ­Aachen kandidieren zu lassen, müsste nicht verzichtet werden; die CDU und die SPD sollten allerdings aus Fairnessgründen diesmal Leute aus anderen Gegenden aufstellen, Öcher oder Öcherinnen mit Drang zum Regieren dürften nur bei den ­Grünen, der Linkspartei oder der FDP erlaubt sein. So eine Aachen-­Quotierung sollte im übrigen für mindestens die nächsten 100 Jahre festgeschrieben werden, oder wenigstens so lange, bis die Republik absolut genug davon hat und sich eine andere, viel bessere Gesellschaftsform ausgedacht hat.