Die junge Frau als Heldin

Oh Captain, mein Captain

Carola Rackete, Pia Klemp und Megan Rapinoe: Die Figur der Kapitänin ist in diesem Sommer zum Sinnbild für weibliche Zivilcourage geworden. Haben wir diesen Heldinnenkult nötig?

»Unglücklich das Land, das Helden nötig hat«, heißt es in Brechts »Leben des Galilei«, und unglücklich genug sind wir gewiss dran, dass wir Helden dringend nötig haben. Die Menschheit sieht sich mit Herausforderungen konfrontiert – eine alte, immer schon mangelhafte globale Ordnung, die dahinschmilzt wie zugleich die Polkappen und der arktische Permafrost. Die Bewältigung solch epochaler Krisen überlässt man in Filmen gerne Superhelden. Genauer gesagt: Superheldinnen, denn von heroischen Männern hat man berechtigterweise genug. Man traut denjenigen, die sich derzeit als männlichen Protagonisten des Weltgeschehens präsentieren, meist kaum noch über den Weg. Oft eignen sie sich nur noch für Schurkenrollen: Toxische Männlichkeit, narzisstische Trumpeltiere, Pleitebanker mit Millionenboni, identitäre Hipsterfaschisten, alte weiße Männer, denen nichts peinlich ist – ob Italiens Innenminister Matteo Salvini, der designierte britische Premierminister Boris Johnson oder Österreichs ehemaliger Vizekanzler Heinz-Christian Strache.

Die Gestalt des Kapitäns war nie frei von Monstrosität: Der Kapitän konnte wahnsinnig genug sein, die Sonne oder den weißen Wal anzugreifen.

Nun erklären die Medien ein paar meist jüngere Frauen zu Heldinnen, weil sie etwas zeigen, was eigentlich alle haben sollten: Zivilcourage. Greta Thunberg, die sich in ihrem Kampf für die Klimarettung weder einschüchtern noch korrumpieren lässt, Alexandria Ocasio-Cortez, die inmitten der evangelikalen, alt-righten und reaktionären USA für demokratischen Sozialismus, Menschen-, Bürger- und Frauenrechte einsteht, Pia Klemp und Carola Rackete, die Kapitäninnen (ein Wort, das mein Korrekturprogramm hartnäckig vermännlichen will), die Menschen retten, ob es den Salvinis nun passt oder nicht, oder Megan Rapinoe, die begnadete Fußballerin, die beim Abspielen der Nationalhymne kniet beziehungsweise nicht mitsingt und auf eine Einladung des Pussygrabschers aus dem Weißen Haus pfeift.

Die Häufung des »Captain« und des Attributs Kapitänin bei den neuen Heldinnen ist alles andere als zufällig. Darin mögen sich drei Aspekte finden, die erst als widersprüchliches Ganzes den Affekt auslösen: Dieser female captain ist, worauf wir gewartet haben. Zum einen ist es natürlich einmal mehr die weibliche Besetzung eines zuvor extrem männlich besetzten Postens. Der Kapitän auf dem Schiff war nicht nur der »Gott« und das »Gesetz«, die Erfüllung patriarchaler Allmacht, sondern auch der Wächter über den temporären Männerbund an Bord. Frauen an Bord bringen Unglück, das wusste der Steuer­mann und gab es bis zum Schiffsjungen weiter. Am schlimmsten war ein Kapitän, der selbst gegen das Gebot der Frauenlosigkeit verstieß.

Der Captain und die Captain

Freilich war die Gestalt des Kapitäns nie frei von Monstrosität: Der Kapitän konnte wahnsinnig genug sein, die Sonne oder den weißen Wal anzugreifen. Und stand nicht auch die Revolte auf der Bounty gegen den sadistischen Captain William Bligh im Zeichen der Liebe und der Frauen? Eben das war es: Frauen gehörten zum Land, sie waren stationär (paradiesisch inselhaft vielleicht, oder protestantisch verhärmt wie die Kapitänsfrauen in den Vororten der Hafenstädte). So war das Nomadische und das Sesshafte in die Geschlechterordnung der christlichen Seefahrt eingeschrieben. Nur die Piratenkapitänin unserer Träume turnte sich von den Rändern her in diese mythologische Ordnung, bevor sie zum unguten Ende von der Liebe domestiziert wurde.

In der Kapitänin verbinden sich Verantwortung, Vernunft und Pflichtbewusstsein mit der latenten Romantik des »rebel hero«.

Der Kapitän jedenfalls war ein prekärer Held: halb frei und doch ganz und gar abhängig von Pfeffersäcken, Admiralitäten oder den Handelskompanien; halb vergöttert und ganz und gar gefürchtet von seinen Leuten; hart am Winde des Abenteuers und doch verpflichtet, es zu vermeiden und zu untersagen. So war schon etwas Gespenstisches um den Kapitän, der als Fliegender Holländer die Routen kreuzte, oder als Captain Nemo der kriegerischen Welt den Krieg erklärte. In Walt Whitmans Gedicht »O Captain! My Captain!«, das man hierzulande fast nur aus dem Film »Der Club der toten Dichter« kennt und das den Tod Abraham Lincolns behandelt, geht es nicht umsonst um einen, der nur noch tot die Ehren und Emotionen erhält, die man im nautischen Alltag niemals ausdrückt. Der Kapitän ist erotisch und transzenden­tal aufgeladen.

Die weibliche Besetzung birgt immer zugleich das Versprechen einer Verbesserung (die Kapitäninnen unseres Vertrauens sind in der Regel weder wahnsinnig noch sadistisch) und einen Hauch der Piratenhaftigkeit. Hier erst wird es ernst mit der Autonomie und man verabschiedet sich von der hierarchischen Männerphantasie. In der ­Kapitänin verbinden sich Verantwortung, Vernunft und Pflichtbewusstsein – ambivalent immer noch, wenn die Fluggäste sich zuraunen: »Heute ist unser Flugkapitän eine Frau« – mit der ­latenten Romantik des rebel hero. Eine Frau in der Rolle des Kapitäns: Die Oberfläche sagt, das sei doch nun das Normalste von der Welt. So einfach ist das nicht, raunt es im kollektiven Unbewussten, weil zugleich eine Welterzählungsmaschine rumort.

Coolness vs. Hysterie

Überdies ist es schlicht ein militärischer Rang: Hauptmann in der deutschen Nomenklatur. Jawohl, Herr Hauptmann. Jawohl, Frau, äh, Hauptmann, Hauptfau? Es ist der Offiziersrang, der noch mit den Leuten, den Kameraden, den Soldaten, den Mannschaften in Berührung kommt, bevor es dann in ge­hobene und abgehobene Regionen geht. Der Hauptmann und die Kapitänin haben noch Kontakt mit der Erde, dem Feuer und dem Wind.

Kriminelle Kapitänin: Die Piratin Ching Shih befehligte im frühen 19. Jahrhundert mehr als 300 Junken und 20 000 bis 40 000 Piraten im Chinesischen Meer.

Bild:
picture alliance / Costa/Leemage

Sobald ein Sport organisiert ist und Teamwork erfordert, braucht eine »Mannschaft« einen Kapitän, und sei es die der Regionalliga der Flohhüpfer. Der captain – wie in »Captain America« – als mythische Heldengestalt vereinigt Elemente aller drei Bezeichnungen in sich, so dass ein weiblicher Captain Marvel die Aura des Wunders umgibt.

Was die vernünftig-piratische Rollenübernahme des »Kapitän« durch Frauen, sei es als Seenotretterin im Mittelmeer, sei es als »Mannschaftskapitänin« im Sport, indirekt sicher auch in der Politik, wo man »das Ruder übernehmen« oder etwas »ansteuern« kann, so magisch macht, ist die vollständige Umkehr der Rollen. Es war einst der Mann, der auf See und in die Welt ging, und das fügsame oder auch lamentierende Weib auf dem Festland und in der engen Heimat zurückließ. Nun aber sind es gerade die Männer, die lamentierend zurückbleiben, sich Mauern und Grenzen wünschen, die Häfen schließen und »Send her back« zur weltläufigen Frau brüllen, als rhetorischer Mit­telwert zwischen »Verbrennt die Hexe« und »Fremd ist das Fremde durch seine Weiblichkeit«.

Es sind nun die Männer, die zurückbleiben, sich in eine immer engere Heimat graben, immer blinder und blindwütiger werden, während Frauen die Welt und die Welten durchreisen und gestalten. Man wird allerdings hinzufügen müssen: Es sind nicht unbedingt Frauen, die dem heteronormen, weißen und maskulinistischen Blick gefallen (wollen), so wie die Hausfrauen und Kriegerinnen der Heimatfront, die sich dem Geifern auf die Piratenkapitäninnen mit besonderem Eifer hingeben. Die sind »gute Kapitäninnen«, aber sie haben, zumindest in der Phase, in der wir uns gerade befinden, zwei Attribute des alten, männlichen Kapitäns nicht mehr, nämlich dass er alles in allem ein rechter Langweiler war und dass er sich immer auf eine höhere Instanz bezog, den König, Gott oder die East India Company.

Spektakel, Autonomie, Dekadenz

Die weitgereisten Frauen (auch wenn sie, wie Greta »Captain Climate« Thunberg, auf besonders umweltschädliche Verkehrsmittel verzichten) verbinden die Autarkie des bösen mit der moralischen Vernunft des guten Kapitäns. Wenn Italiens Innenminister Matteo Salvini Captain Rackete nicht nur eine »verwöhnte deutsche Kommunistin«, sondern auch eine »kriminelle Kapitänin« nennt, dann ehrt er mehr, als er schmäht.
Denn alle diese Frauen, die von den bösen alten, weißen Männern beschimpft werden, als wären sie des Teufels, können es sich leisten, mit einer anderen Eigenschaft zu reagieren, die vordem vor allem den, wenngleich etwas derangierteren, Männern zugeschrieben wurde: Coolness. Die coolen Riposten der neuen Heldinnen machen um so deutlicher, dass die Männer wiederum von einem Defekt befallen sind, den man früher den Frauen zugeschrieben hat – der Hysterie.

Bösartige, hysterische alte Männer, die sich mitsamt ihren Gefolgschaften in immer weiter schrumpfenden Ter­ritorien einigeln und von der Welt um so weniger mitkriegen, je lauter sie gegen sie anschreien, gegen weltfahrende, mutige, coole und autarke Kapitäninnen. Sicher, erstens ist die Wirklichkeit wieder einmal komplizierter, und zweitens gewinnen meistens die Bösen. Aber wenigstens haben wir wieder eine Geschichte, die Hoffnung macht und rebellische Geister wecken kann.

Natürlich könnte man fragen, ob diese Frauen, die sich dadurch auszeichnen, in angespannten Situationen genau das Richtige zu tun, und dabei vor der Gefahr nicht zurückschrecken, als einzelne, als Ausnahmen, herausgehoben werden sollten (so funktionieren nun einmal Medien). Sind sie nicht vielmehr in Wahrheit in einem pars pro toto Repräsentantinnen einer großen sozialen Bewegung, die langsam, aber sicher zu einem neuen Selbstbewusstsein und einer neuer Stärke findet? Eine solche Bewegung besteht aus vielen Menschen mehrerlei Geschlechts, die gegen die maskulinistische Faschisierung der Welt eben jene dringend nötige Zivilcourage zeigen.

Wenn dem so ist, sollte man den Medien nicht erlauben, ihre Sommerlöcher zu füllen und ihre Ideenlosigkeit zu überspielen, indem sie einen neuen Heldinnenkult pflegen, der jene Menschen isoliert, die gerade darauf aus sind, Solidarität, Empathie und Gemeinsamkeit zu fördern. Denn dann könnte sich der durchaus verdiente Heldinnenstatus als vergiftetes Geschenk der Mainstream-Medien erweisen: Ein Heldinnenstatus, der sich rascher verbraucht, als er nutzbar gemacht werden kann.

Allerdings: Von solchem Nutzen muss im Zeitalter des Spektakels durchaus die Rede sein. Carola Rackete, Alexandria Ocasio-Cortez und Megan Rapinoe haben Männerherrschaften herausgefordert. Und diese schlagen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zurück. Öffentlichkeit und Heldinnenstatus sind ein wichtiger Schutzschirm, die Bilder und Narrative der Medien verstärken das Band zwischen den einzelnen und den vielen, die sich gegen die schlechten Verhältnisse zur Wehr setzen.

Wonder Woman und Ursula von der Leyen

Man wird also zunächst einmal mit der Ambivalenz der Medienbilder der neuen Heldinnen leben müssen. Dann erst wird man sich fragen können, ob nicht das Wort an sich schon kontaminiert ist.

Johann Heinrich Zedlers »Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste« aus der Mitte des 18. Jahrhunderts definierte: »Held, lat. Heros, ist einer, der von Natur mit einer ansehnlichen Gestalt und ausnehmender Leibesstärcke begabet, durch tapfere Thaten Ruhm erlanget, und sich über den gemeinen Stand derer Menschen erhob.« Viel hat sich seither am Heldenbild nicht geändert: Man – oder Mann – ist es »von Natur« aus, durch außergewöhnliche Begabung und mit dem Zweck, sich über seine Mitmenschen zu erheben. Was sich in der Moderne allenfalls änderte, war das Bewusstsein des Helden und seine Bindung an Systeme zur Bestimmung von Moral und Wert.

Was der Held, anders gesagt, in komplexeren Gesellschaften verlieren musste, war seine Autonomie. So spalteten sich die beiden Verfallsformen – ein Dekadenzstadium – vom Helden ab: Der Held, der nicht von sich aus heldisch ist, sondern erst zum Helden gemacht werden muss (und manchmal auch nur zum Bild des Helden), und der Held wider Willen, der Held, der mit seinen Moral- und Wertsystemen hadert, namentlich der ­moderne Superheld, der mehr mit Selbstzweifeln und Loyalitätskonflikten beschäftigt ist als mit seinen Gegnern.

Seit geraumer Zeit arbeitet die populäre Kultur daran, die Heldenrolle, auch und gerade in ihrem Dekadenzstadium, weiblich zu besetzen  – genau so wie die Politik in der nicht unrauen Wirklichkeit daran arbeitet, traditionelle und neue Machtpositionen weiblich zu besetzen. Den Comic-Heldinnen Wonder Woman und Captain Marvel entsprechen im real life die Politikerinnen Angela Merkel und, tja nun, ­Ursula von der Leyen. Wie viel die weibliche Besetzung der Heldenrolle oder die weibliche Besetzung der Machtposition wirklich ändert, darüber kann man streiten oder es in den Einzelfällen bis in die letzten Gesten und Konsequenzen verfolgen.

Provokation und Isolation

Selbstverständlich haben diese Umbesetzungen auch Konsequenzen auf der Schurkenseite. Dem traditionellen Helden waren Frauen vor allem als Verführerinnen und Zauberinnen gefährlich, nun kriegen sie es auch mit echten Kick-Asses zu tun. Und in der rauen Wirklichkeit gibt es auf der extremen Rechten die Erika Steinbachs, die Marine Le Pens und die Beatrix von Storchs. Wie verändern sich Faschos, wenn einige ihrer Galionsfiguren weiblich sind?

Eine andere Strategie als die weibliche Besetzung verfolgen etliche Heldinnen der Popkultur, die sich in Bilder der Befreiung und der Diversität verwandeln. Sie erobern sich einiges von der Autonomie des Heldenstatus zurück, bezahlen dafür aber mit einer Hyperinszenierung, die sie zum Sinnbild, aber nicht zum Abbild sozialer und erotischer Dynamik macht. Madonna, Lady Gaga, Beyoncé oder Janelle Monáe – sie alle sind zweifellos feministische Befreierinnen, die keineswegs bestehende Bilder des Heroischen weiblich besetzen, sondern genau umgekehrt, mit dem Heroisieren des Weiblichen experimentieren. Oder allgemeiner ausgedrückt, mit der des Nichtmaskulinistischen und Offenen. Auch aus diesem Reich der Phantasie schwappt gelegentlich Energie in die Sphäre der rauen Wirklichkeit.

Zum Preis für solche Subversion oder Provokation gehört oft eine schwer zu überwindende Isolation, die »Erhebung« des Heldischen, die in nahezu jeder Show der genannten Stars symbolisch wiederholt wird. Das Heroische ist nun in Gefahr, auf den Status der »Diva« zurückzufallen, einer entrückt Göttlichen, der der Eingriff in die raue Wirklichkeit dann wieder weitgehend verwehrt ist.

Natürlich gibt es, im Pop wie in der Politik, Weiblichkeit, die sich um den Posing-Anteil im Heroischen nicht schert – Frauen, die einfach gute Musik machen, Frauen, die einfach nach Lösungen von Problemen suchen. Aber die, so schließt sich nun mal der Kreis, werden in der Gesellschaft des Spektakels nicht zu den Kommunikationsbildern, mit denen sich der einzelne, sich (so oder so) erhebende Mensch mit einer Bewegung (so oder so) in seiner Gesellschaft verbinden kann.

Wehleidige Schurken

Allerdings sind auch die pragmatischeren unter den weiblichen Widerparts der maskulinistischen Faschisierung erst richtig wahrnehmbar durch das Echo, das sie auslösen. So wie Christian Lindner auf Greta Thunberg, so wie Donald Trump auf alle Frauen, die ihn abweisen, und so wie Salvini auf Captain Rackete reagieren, entlarven sie sich nicht nur (das braucht es wirklich nicht mehr), sondern werden auch Darsteller auf einer mehr oder weniger melodramatischen, mehr oder weniger komödiantischen Bühne. Sie zeigen ihre Verwundbarkeit, sie zeigen ihre Jämmerlichkeit, sie zeigen, wie sehr sie genau das Gegenbild der mehr oder weniger neuen Heldin sind – kein herausgehobener, autonomer Mensch, sondern ein Sprachrohr, das nichts ist ohne die toxische Masse und die viralen Verstärkungen. Sie sind letztendlich nicht einmal mehr als Schurken satisfaktionsfähig, so als wäre das alte Heldenepos noch intakt, in dem sich ja durchaus heroische Menschen als Gegner gegenüberstehen konnten. Der Kampf ist also von vornherein asymetrisch.

Der Heldenstatus steht und fällt mit dem Schurkenstatus, und der ist heutzutage einfach miserabel besetzt: Heimtückische, feige, wehleidige, großmäulige, übergewichtige Männer, die ihre  Großmutter für einen Fitzel Macht umbringen würden, Marktschreier der Niedertracht, die innerhalb eines Augenblicks vom triumphalistischen Drohen ins kindische Jammern fallen. Im Kampf mit solchen Gegnern (die natürlich nicht trotzdem, sondern gerade deswegen Gewalt, Verfolgung und Mobbing betreiben) gibt es keinen Heroismus.

Aus der mehrfachen Ambivalenz des Heldenbegriffs für die Frauen, die mehr Zivilcourage zeigen als wir gewöhnlichen Menschen, ergibt sich daher vielleicht die Notwendigkeit, ein neues Bild zu entwerfen. Denn ihnen geht es ja gerade nicht darum, herausgehoben zu sein, sondern es geht ihnen darum, dass das, was sie tun, unter Druck und Gefahr, in einer besseren Zeit für die Mehrzahl der Menschen das Selbstverständliche wäre. Belassen wir es also vielleicht bei »mutigen Menschen«. Und von solchen können Länder wie dieses nicht genug haben.