Nach der ungarischen Parlamentswahl brechen beim Wahlverlierer, der Partei Fidesz, erste Unstimmigkeiten aus. Der designierte Ministerpräsident Péter Magyar hingegen zeigt sich voller Tatendrang, verhandelt bereits mit Vertretern der EU-Kommission und kündigt Medienreformen an.
Péter Magyar hat mit seiner Oppositionspartei Tisza bei der Parlamentswahl in Ungarn eine satte Zweidrittelmehrheit eingefahren. Damit endet die 16 Jahre lang währende Fidesz-Herrschaft unter Viktor Orbán.
Maja T. wurde zu acht Jahren Gefängnis verurteilt und bleibt vorerst in Ungarn. Dort steht die »Antifa-Gruppe« auf der Terrorliste, auch friedlicher antifaschistischer Protest ist kaum noch möglich. Der deutsche Innenminister Dobrindt ist trotz allem der Meinung, gegen T.s rechtswidrige Auslieferung sei »nichts einzuwenden« gewesen.
Gewaltvideos aus einer staatlichen Jugendstrafanstalt haben in Ungarn zu Protesten Zehntausender geführt. Vor der Parlamentswahl wächst der Druck auf die Regierung, die seit Jahren den Kinderschutz betont, nun aber mit Vorwürfen des systematischen Versagens konfrontiert ist.
Hunderttausende Ungarn füllten die Straßen von Budapest bei konkurrierenden Demonstrationen am Nationalfeiertag. Anhänger der beiden größten politischen Parteien des Landes demonstrierten einander im beginnenden Wahlkampf ihre Stärke.
Mitte März erschien Petra Thorbrietz’ jüngstes Buch »Wir werden Europa erobern! Ungarn, Viktor Orbán und die unterwanderte Demokratie«. Die »Jungle World« sprach mit der Publizistin darüber, wie der ungarische Ministerpräsident in dem Land, das einst als Musterland der EU-Osterweiterung galt, seit Jahren systematisch demokratische Strukturen abbaut.