Beiträge zu Kolonialismus

Benjamin Zachariah
2026/30 dschungel Benjamin Zachariah über sein Buch "The Postcolonial Volk"

»Erdoğan, Modi, sogar Putin – sie geben sich alle dekolonial«

Wie romantische Nationalismusmodelle und Schwundformen des sowjetischen Antiimperialismus den akademischen Postkolonialismus begründen: Der Historiker Benjamin Zachariah untersucht die Narrative der postkolonialen Theorie, auf die sich Schurkenstaaten weltweit beziehen.
Der Überlebende Arek Hersh zeigt seine Auschwitz-Nummer
2025/41 dschungel Wie die Globalisierung des ­Gedenkens die Erinnerung verblassen lässt

Jungle+ Artikel Das Verschwinden des Holocaust

Warum wurde der Holocaust erst vergleichsweise spät, seit den Siebzigern, als »Hauptereignis des Nationalsozialismus« (Claude Lanzmann) begriffen? Weshalb schwindet dieses Wissen seit einigen Jahren wieder? Was sind die Bedingungen von Erkenntnis über den Holocaust und der Erinnerung daran? Der folgende Aufsatz ist dem Buch »Das Verschwinden des Holocaust« über den Wandel der Erinnerung entnommen.
Schwarz-wqeiß-Bild einer Frau, die in die Kamera schaut und ihr Kinn dabei leicht auf ihren zusammengefalteten Händen abstützt
2025/39 dschungel Die Schriftstellerin Jean Rhys legte mit »Die weite Sargassosee« einen feministischen Roman über den britischen Kolonialismus vor

Wütend statt verrückt

Die im britischen Kolonialgebiet auf den westindischen Inseln ­geborene Schriftstellerin Jean Rhys veröffentlichte 1966 ihren Roman »Die weite Sargassosee«, der nicht nur eine Art Prequel zu Charlotte Brontës »Jane Eyre« darstellt, sondern auch eine feministische Kritik am Empire und der Sklaverei beinhaltet.
Afrikanische Skulptur in der Ausstellung »Mission Dakar–Djibouti (1931–1933): Contre-enquêtes« (l.); Teilnehmer der Mission Dakar–Djibouti im Trocadéro-Museum für Ethnographie
2025/25 dschungel Das Musée du Quai Branly betreibt Provenienzforschung in eigener Sache

Ermittlungen im Fall »Dakar–Djibouti 1931«

Späte Korrekturen einer kolonialen Appropriation und die Schwierigkeiten der Wiedergutmachung: Eine Ausstellung in Paris widmet sich der umfassenden Afrika-Expedition, über die Michel Leiris in seinem klassischen Werk »Phantom Afrika« nachdachte.
Kritiker Fanons und seiner revolutionsromantischen Fans: Albert Memmi, undatiertes Foto
2025/06 Hintergrund Die Kritik des französisch-tunesischen Schriftstellers Albert Memmi am Antikolonialismus Frantz Fanons

Jungle+ Artikel Selbstverleugnung und Befreiung

Zur Hochzeit der antiimperialistischen Begeisterung für Frantz Fanon Anfang der siebziger Jahre kritisierte der französisch-tunesische Schrift­steller Albert Memmi dessen universalistischen Antikolonialismus. Dazu veranlasst hatten Memmi unter anderem die Erfahrung der Shoah und des zeitgenössischen Antisemitismus im postkolonialen Tunesien.
Spielbrett vor dem Kopf. Für wie problematisch die Settler Colonial Studies wohl das Spiel »Die Siedler von Catan« halten?
2024/45 dschungel Der Autor Adam Kirsch kritisiert die Settler Colonial Studies

Jungle+ Artikel Paradigma des Siedlerkolonialismus

In den Settler Colonial Studies gilt Israel als Paradebeispiel des »Siedlerkolonialismus«. Dieses aktivistische Konzept, nach dem sogar die Verleihung von Staatsbürgerrechten an Indigene als »genozidal« gilt, hat sich der Autor Adam Kirsch für sein neues Buch angenommen.
»Unser Leben ist nichts …«, Frantz Fanon (1925–1961)
2024/41 dschungel Alice Cherki schildert das kurze Leben des Frantz Fanon

Porträt eines Maniac

Im kommenden Jahr wäre der antikoloniale Theoretiker Frantz Fanon hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass erscheint die von seiner Weggefährtin Alice Cherki verfasste Biographie in einer Neuauflage mit einem Vorwort von Natasha A. Kelly und Zaphena Kelly. Die Debatte über die Rolle revolutionärer Gewalt bleibt darin unberücksichtigt.
Joseph Conrad (1857–1924)
2024/32 dschungel Joseph Conrad wird als Kritiker des russischen Despotismus entdeckt

»There is worse to come«

Der vor 100 Jahren verstorbene polnisch-britische Schriftsteller Joseph Conrad hat nicht nur die Kolonialgewalt der Europäer angeklagt, sondern auch die imperial-kolonialistische Herrschaft Russlands. Auch die Komplizenschaft des Deutschen Reichs findet sich bei ihm beschrieben.
Eine der am dichtesten besiedelten Städte Welt: die chinesische Sonderwirtschaftszone Macau
2024/17 Thema Macau war ein Sonderfall der portugiesischen Entkolonisierung nach der Revolution

Die letzte Kolonie in Asien

Während Portugal in seinen Kolonien blutige Kämpfe gegen die nationalistischen Unabhängigkeitsbewegungen führen musste, wusste man in Macau mit dem Machtvakuum, das die Nelkenrevolution hinterließ, zunächst wenig anzufangen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wollte das chinesische Kaiserreich die portugiesische Herrschaft auf der Halbinsel beenden, die Volksrepublik China schließlich übernahm Macau nur zögerlich.
Blumen und Freiheit. Für die Frauen Portugals bedeutete die Nelkenrevolution die Befreiung von der rigiden Geschlechtertrennung des Salazarismus
2024/17 Thema Die Erinnerungen an die sozialrevolutionären Momente der Nelkenrevolution verblassen

Was kostet die Freiheit?

50 Jahre nach der Nelkenrevolution sind die sozialrevolutionären Träume in Portugal schon lange der Ernüchterung über die Integration in die Reihen der bürgerlich-kapitalistischen EU-Länder gewichen. Während die Erinnerung an versäumte Möglichkeiten verblasst, bleiben politische Freiheiten und Frauenrechte wichtige Errungenschaften der portugiesischen Demokratisierung.