Ein sterbender Machthaber, ein gedemütigter Präsident, eine frustrierte Nation, ein aufsteigender Hardliner – Anfang August kamen aus dem Iran gleich mehrere brisante Geschichten fast im Gleichtakt ans Licht, die Anlass zu Spekulationen bieten.
Die Islamische Republik Iran und das Sultanat Oman haben sich Berichten zufolge auf ein Abkommen zur Aufteilung der als Straße von Hormuz bekannten Meerenge geeinigt. Das iranische Regime verkauft das als Erfolg gegen die USA, während US-Präsident Trump die Einigung für sich reklamiert.
Mit einem Memorandum of Understanding sollte zunächst ein Waffenstillstand zwischen der Islamischen Republik Iran und den USA, dann potentiell ein Friedensschluss erreicht werden. Doch die Verständigung hat sich als Illusion erwiesen.
Berichten zufolge kam es in der Ukraine erstmals zum Einsatz vollautomatisierter Drohnen gegen russische Truppen. Angesichts der rasanten und kaum kontrollierten technologischen Entwicklung besteht die Gefahr, dass zukünftig Angriffe ohne jegliche menschliche Überwachung zum Regelfall werden.
Das iranische Regime inszenierte die Beisetzung des getöteten Diktators Ali Khamenei als einwöchiges Propagandaereignis, an dem auch zahlreiche antizionistische Influencer:innen aus dem Westen teilnahmen. Mittlerweile sind neue Kämpfe zwischen den USA und der Islamischen Republik Iran ausgebrochen.
Seit Wochen demonstrieren in Indonesien vor allem Studenten gegen die Regierung. Hintergrund ist die schwierige wirtschaftliche Lage, in der sich das Land wegen des Iran-Kriegs befindet.
Während Pakistan im Iran-Krieg vermittelt, eskaliert die pakistanische Regierung die militärische Lage im Grenzgebiet zu Afghanistan. Den dort herrschenden Taliban wirft sie vor, den pakistanischen Taliban Rückzugsräume zu gewähren.
Das umstrittene US-iranische Abkommen sieht unter anderem enorme Erleichterungen für die sanktionierte iranische Wirtschaft vor. Die gravierenden strukturellen Probleme der iranischen Ökonomie dürften jedoch fortbestehen, auch wenn die USA dem Mullah-Regime entgegenkommen.
Der Wortlaut des Vorabkommens zur Beendigung des Kriegs zwischen den USA und Iran zeigt, wie weit der ursprüngliche Anspruch der US-Regierung und das Ergebnis dieses Konflikts auseinanderliegen.
Die Einigung zwischen dem Iran und den USA lässt die wichtigsten Fragen zunächst offen. Dass sich das iranische Regime überhaupt auf solche Verhandlungen einlassen musste, zeigt, wie angespannt die innere Lage ist.
Die Gespräche zwischen dem Iran und den USA stecken fest. Wirtschaftlich benötigt der Iran Entlastung dringender als je zuvor. Die Annahme weitreichender Forderungen der USA könnte jedoch als Eingeständnis einer historischen Niederlage verstanden werden und zu einer inneren Krise führen.
Die Blockade der Straße von Hormuz, steigende Düngerpreise und der Klimawandel drohen, eine weltweite Nahrungskrise auszulösen. Die spätkapitalistische Landwirtschaft hängt existentiell von fossilen Energieträgern ab und produziert nicht nur Nahrung, sondern zugleich die Bedingungen ihrer eigenen Destabilisierung.
Der Iran-Krieg markiert den Übergang zu einer neuen Form der Geopolitik, in der Macht weniger über Territorien als über die Kontrolle globaler Infrastruktur ausgeübt wird. Dass der Krieg auch das Ende der US-Hegemonie einläuten wird, erscheint selbst gestandenen Neokonservativen wie Robert Kagan beinahe unausweichlich.
Der Krieg mit den USA und Israel hat den Einfluss der Revolutionsgarden im Iran noch verstärkt. Während die Institutionen der Islamischen Republik formal bestehen bleiben, verlagert sich die politische, militärische und wirtschaftliche Macht.
Während die Gespräche zwischen den USA und dem Iran stocken und die Waffenruhe brüchig ist, versucht Pakistan sowohl aus geopolitischem Kalkül als auch unter wirtschaftlichem Druck, zwischen beiden Ländern zu vermitteln.