Beiträge von Berthold Brunner

Ulrike Meinhofs Stilisierung zur Ikone: Transparent im Protestcamp gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf 1985/86
2026/19 Hintergrund 50 Jahre nach dem Tod Ulrike Meinhofs – Kritik an den gängigen linken Darstellungen der RAF-Suizide

Jungle+ Artikel Tod in Stammheim

In der Nacht zum 9. Mai 1976 nahm sich Ulrike Meinhof im Gefängnis Stuttgart-Stammheim das Leben. Im Herbst 1977 folgten weitere Suizide von RAF-Gefangenen, die als Staatsmorde inszeniert wurden. Stephanie Barts Roman »Erzählung zur Sache« schildert die Tode als Morde. Ihre Romanfigur »Ensslin« träumt ihre Erhängung und äußert dabei Freude darauf, das eigene Begräbnis könne »Widerstand entfalten«. Für solche RAF-apologetischen Darstellungen beruft sich die Autorin auf Peter Weiss und dessen »Ästhetik des Widerstands« – zu Unrecht.
Bleistiftzeichnung eines Gerichtszeichners der RAF-Angeklagten in Stuttgart-Stammheim
2025/48 Hintergrund Die »Erklärung zur Sache« der RAF und ihre literarische Verarbeitung

Jungle+ Artikel In Sachen RAF-Nostalgie

Anfang 1976 gaben Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe im Stammheimer RAF-Prozess eine ausführliche »Erklärung zur Sache« ab. Darin benannten sie speziell das US-Monopolkapital als Feind der Menschheit: Es habe 1945 das deutsche Proletariat »kolonisiert«, aber seine Weltherrschaft könne jetzt durch die Guerilla ins Wanken gebracht werden. Knapp 50 Jahre später macht sich die Autorin Stephanie Bart 2023 den Text in ihrem Roman »Erzählung zur Sache« zu eigen und aktualisiert ihn.