Kontrollverlust mit System
Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, ist verärgert. Man sei »sehr involviert« in die Bemühungen, die Belagerung von Häusern in Qusra, einem palästinensischen Dorf südlich von Nablus im Westjordanland, durch »israelische Terroristen« möglichst bald zu beenden, schrieb Huckabee am vorigen Donnerstag auf dem Microblogging-Dienst X; »sehr« tippte er dabei in Großbuchstaben. Das sind ungewöhnlich scharfe Worte für jemanden, der von den besetzten Gebieten ansonsten nur als »Judäa und Samaria« spricht. Der Grund dafür sind radikale Siedleraktivisten, die am 9. August in ein Neubaugebiet des kleinen Orts eingedrungen waren, die Zufahrten zu mehreren Häusern von Palästinensern blockierten, sie von der Wasser- und Stromversorgung abschnitten und am Eingang eines der Häuser in einem Zelt kampierten. Eines dieser Gebäude aber gehört Loui Ridi, einem US-Bürger palästinensischer Herkunft. Das wiederum bot dem Diplomaten den Anlass, sich so explizit zu diesem Vorfall zu äußern und sogar von einem »schrecklichen Terrorakt« zu sprechen.
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