Jungle+ Artikel 13.08.2026
AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt

Heute Magdeburg, morgen die Welt

Die AfD erklärt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zum ersten Schritt ihrer Machtübernahme in Deutschland. Ihre Mischung aus Gute-Laune-Wahlkampf und völkischen und antifeministischen Inhalten kommt im Land gut an.

Magdeburg am 18. Juli. Die AfD feiert den Auftakt zu ihrem Landtagswahlkampf in den Messehallen. An die 3.000 Menschen sind gekommen und jubeln dem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zu, der wie bei einem Boxkampf zu lauter Musik und begleitet von einer Lichtshow in die Halle einläuft. Die Menschen wedeln mit Deutschlandfahnen und großen Pappherzen mit Siegmunds Konterfei. Aus den Boxen dröhnt ein KI-generierter AfD-Schlager: »Blauer Himmel, blaue Plakate, die Heimat steht auf. Das ganze Land eine einzige Party, Schmetterlinge im Bauch. Es beginnt hier und von hier geht es weiter und alles ist möglich«, singt dar­in eine weibliche KI-Stimme, die an Nena erinnert. Der moderne Rechtsextremismus kommt als große Party daher – auf der der Ausschluss all jener gefeiert wird, die nicht ins völkische Konzept passen. Bei ähnlichen Veranstaltungen hat in der Vergangenheit auch schon mal ein Anheizer dem Pu­blikum »Sieg!« zugerufen, das dann mit einem lautstarken »Mund!« antwortete. Auf dieses unzweideutige Spiel mit dem NS-Schlachtruf angesprochen, hatte der Spitzenkandidat vergangenes Jahr geantwortet: »Was ist denn an meinem Namen falsch? Mein Name heißt Siegmund.«

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