Jungle+ Artikel 23.07.2026
Der Iran-Krieg und die Folgen

Erneute Eskalation

Mit einem Memorandum of Understanding sollte zunächst ein Waffenstillstand zwischen der Islamischen Republik Iran und den USA, dann potentiell ein Friedensschluss erreicht werden. Doch die Verständigung hat sich als Illusion erwiesen.

Mit einem Waffenstillstandsabkommen wollten die USA und der Iran ihren Krieg sofort und dauerhaft beenden. Das ist, wie unschwer vorauszusehen war, nicht gelungen. Bald nach der Unterzeichnung der Vereinbarung am 17. Juni durch die Präsidenten beider Länder flammten militärische Gefechte sowohl im Libanon als auch rund um den Persischen Golf wieder auf. Sie gipfelten in iranischen Attacken auf Handelsschiffe, die sich nach Auffassung der Islamischen Revolutionsgarden in »verbotenen Gewässern« aufhielten. Die USA konterten mit Angriffswellen gegen militärische Einrichtungen an der Südküste Irans. Die Revolutionsgarden übten Vergeltung mit dem Beschuss von US-Stützpunkten in Kuwait, Bahrain, Katar, Oman und Jordanien.

Am 8. Juli erklärte Donald Trump während eines Nato-Gipfels in Ankara ein Ende der Waffenruhe: »Aus meiner Sicht ist es vorbei. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben.« Wenig später verkündete das Marinekommando der Revolutionsgarden die erneute Sperrung der Straße von Hormuz »bis zum Ende der amerikanischen Interventionen in der Region«. Keinem Schiff werde die Durchfahrt gestattet. Trump antwortete trotzig, auch die USA würden ihre Blockade von Schiffen, die iranische Häfen ansteuern oder sie verlassen, wiederaufnehmen.

Weitere Verhandlungen wollten beide Seiten allerdings nicht ganz ausschließen. Das Ausmaß der militärischen Handlungen blieb vorerst unterhalb der Schwelle, die als offener Krieg wahrgenommen wird. 

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