Alles soll sehr weiß sein
Das Ende
Sie kommen. Sie sind freundlich, zugewandt, behutsam.
Sie messen den Blutdruck. Sie nicken und schnallen sie auf eine Sitztrage. Wegen der Treppe.
Das Gesicht meines Vaters: Verzweiflung.
Auf der Straße wird sie umgebettet.
Das Gesicht meines Vaters: ein Hilferuf.
Sie ist ganz ruhig. Wie all die vergangenen Tage. Spricht kaum.
Schaut uns an mit Kinderaugen. Manchmal lächelt sie, ganz zart.
Sie schieben sie in den Rettungswagen.
Das Gesicht meines Vaters zerfließt.
Die Türen des Rettungswagens werden geschlossen.
Eine neue Zeitrechnung beginnt.
Das Gefühl des Ausgeliefertseins ringt mit dem Gefühl der Hoffnung.
Sie müssen bedenken, dass sie etwas Wertvolles ist. Etwas Besonderes. Etwas Einzigartiges.
Fahren.
Vorbei an Äckern, die sie gekauft hat.
Vorbei an Spargelfeldern. Der beste Spargel, sagt sie.
Vorbei an Dörfern und Ponyhöfen, über Kreuzungen.
Vertraut aus den gemeinsamen Jahren.
Weihnachtsdankrundfahrten.
Einkaufstouren.
Verwandtenbesuche.
Sie, die Fahrerin; das Kind, die Beifahrerin.
Das Kind folgt dem Rettungswagen.
Sie ist so empfindlich.
Sie müssen vorsichtig mit ihr sein.
Sie dürfen nicht zu laut sprechen.
Sie müssen bedenken, dass sie etwas Wertvolles ist.
Etwas Besonderes. Etwas Einzigartiges.
Meine Mutter.
Notaufnahme. Formulare. Routinen. Für alle dort Alltag.
Raum 16, Nummer 16 von 30, ein schmales Viereck, Stall, Kiste. Bett, Schreibtisch mit Computer, Stuhl eins, Stuhl zwei.
Warten. Tür auf. Frage. Tür zu. Tür auf. Blutabnahme. Tür zu.
Sie schläft. Ruhig.
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