Russland zündelt
Es war der teuerste Hacking-Angriff, der Großbritannien je getroffen hat: Fünf Wochen lang musste der britische Autohersteller Jaguar, der im Besitz des indischen Großkonzerns Tata ist, im vergangenen Jahr die Produktion einstellen. Das Unternehmen gab an, dass die Pause 250 Millionen Pfund gekostet habe. Das britische Cyber Monitoring Centre schätzt, dass insgesamt ein wirtschaftlicher Schaden in Höhe von etwa zwei Milliarden Pfund entstanden sei. Ungewöhnlich war, dass die Hacker offenbar kein Geld forderten, wie es bei solchen Attacken auf Firmen sonst üblich ist.
Ende Juni berichtete die New York Times schließlich, die Ermittler gingen inzwischen davon aus, dass die Täter in Russland saßen. Der Verdacht liege nahe, dass sie im Auftrag des russischen Staats gehandelt hätten. Sollte das stimmen, würde sich der Fall in ein Muster fügen. Aggressiver noch als in anderen europäischen Ländern versucht das russische Regime, Großbritannien durch Sabotageaktionen einzuschüchtern.
»Es ist offensichtlich, dass Putin der Anführer der weißen Rasse ist«, zitierte die BBC einen der russischen Auftraggeber eines Brandanschlags in London.
Im Mai gab es Brandanschläge auf einen früheren Wohnsitz von Premierminister Keir Starmer und auf ein Auto, das ihm früher gehört hatte. Ein drittes Feuer wurde vor der Tür eines Hauses gelegt, das Starmer gehört und in dem seine Schwägerin lebte.
Zwei Verdächtige wurden bald festgenommenen und mittlerweile zu sieben respektive zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Es handelte sich nicht direkt um russische Agenten, sondern um einen ukrainischen Staatsbürger und einen in der Ukraine geborenen Rumänen; ein dritter Verdächtiger wurde freigesprochen.
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