Jungle+ Artikel 09.07.2026
Sozialdemokraten doing Sozialdemokraten-Things: Luigi Pantisano

Kurze Tage

Der neue Co-Vorsitzende der Linkspartei, Luigi Pantisano, hat radikale Sozialdemokratie im Angebot. Das bedeutet: Radwege plus Hamas-Nähe.

Übers Wochenende mit zwei besten Freunden auf Reisen gewesen, und der eine hat sich wirklich, wie man so sagt, neu erfunden: Vor 20 Jahren noch ein misanthroper Schnitzelfreund, ist er jetzt vegetarischer Klassenbegleiter in einer Förderschule, malt und zeichnet und ist, was ich nicht wusste, vor Jahren schon der Linkspartei beigetreten. »Das ist nicht mehr der Mann, den ich mal geliebt habe«, sage ich scherzhaft zu Freund zwei, aber gut, warum soll eins nicht in die Linkspartei gehen.

Ich tät’s wohl nicht, und ein Zeit-Porträt des neuen Manns in der »Linke«-Doppelspitze verrät, warum: »Pantisano gehört zu den Mitgründern von Links-Kanax, einer Organisation von Migranten innerhalb der Linken. Sie fordern selbstbewusst mehr Sensibilität von ihrer Partei ein, zuletzt legte die Organisation sogar einem Linken-Urgestein ein Antirassismustraining nahe: Gregor Gysi hatte in einem Interview gesagt, dass Linken-Mitglieder mit Zuwanderungsgeschichte falsche Sichten auf Israel mitbrächten. Heute bedauert Gysi die Äußerung.« Denn Journalismus ist, wenn das Redundanzblödwort »einfordern« widerstandslos Karriere machen kann, und links ist, wenn Kritik an Menschen mit Zuwanderungsgeschichte als unsensibel und Rassismus gilt, gerade dann, wenn sie die falschen, also genau richtigen »Sichten« auf Israel haben. Luigi Pantisano, der Israel (und nur Israel) »Genozid« vorgeworfen hat, hat da viel Verständnis.

Statt darauf zu beharren, dass Faschismus da beginnt, wo die Mehrheit gegen die Minderheit aufgewiegelt wird, gab Pantisano klein bei und lieferte brav die geforderte Entschuldigung.

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