Jungle+ Artikel 30.06.2026
Ein Besuch auf der »Art Basel«, einer der größten Kunstmessen der Welt

Workout und Spritzen

Auf der Kunstmesse »Art Basel« wurde dieses Jahr wieder mächtig Geld verdient. Kritische Kunst gab es auch – und kostenlose Botox-Behandlungen.

Das Schlafabteil im Zug nach Basel war voll belegt. Backpacker, die quer durch Europa gereist waren, zogen ihre Schuhe aus und schliefen seelenruhig, während der Zug langsam durch die Nacht ratterte. Das Ladekabel des Handys funktionierte nicht so ganz, und die Erleichterung war groß, es irgendwie geschafft zu haben, angekommen zu sein in Basel.

Kinder rannten in Badekleidung über das Messegelände der diesjährigen »Art Basel«. Weltweit gilt sie als führende Messe für zeitgenössische Kunst. Es war heiß an diesem Wochenende Mitte Juni. Die vielen elegant gekleideten Menschen schienen sich nicht daran zu stören. Seidenkleider bauschten sich im Wind, die Stimmung war gelöst.

Die ganz großen Geschäfte waren ohnehin schon vor der offiziellen Eröffnung der Kunstmesse über die Bühne gegangen. Gleich zu Beginn wurde ein Gemälde von Pablo Picasso aus dem Jahr 1963 verkauft, Messeangaben zufolge für rund 32 Millionen Euro. »Le peintre et son modèle dans un paysage« lautet der Titel des Bilds. Ein großformatiges Gemälde, das den Maler und seine Muse in einer Landschaft zeigt. Picasso geht ja bekanntlich immer.

Der weltweite Kunstmarkt erwirtschaftete nach Angaben des Global Art Market Report 2025 rund 59,6 Milliarden US-Dollar, vier Prozent mehr als im Vorjahr.

Den Rapper Kanye West sah man beim »Preview Basel« – dem VIP-Durchgang der Messe, bevor sie fürs allgemeine Publikum geöffnet wird –, wie er aus einer mattschwarzen Maybach-Limousine ausstieg. Er besuchte seine Freundin Bianca Censori, die in Vanessa Beecrofts Kunstperformance »Untitled (Izanami)« als japanische Urgöttin auftrat. Der Rapper, so heißt es in einer Pressemitteilung, gelte als »umstritten«. Ob damit sein Hit »Heil Hitler« von 2025 gemeint war? Für seine zahlreichen antisemitischen Äußerungen hat er sich Ende vergangenen Jahres entschuldigt und bei einem Rabbi um Vergebung gebeten: Seine bipolare Störung sei schuld.

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