Jungle+ Artikel 25.06.2026
Ukrainische Drohnenangriffe auf die Infrastruktur schwächen Russlands Wirtschaft

Der Kreml hat keinen Plan B

Ukrainische Angriffe auf Energieanlagen und Verkehrsinfrastruktur treffen immer öfter Ziele tief im russischen Staatsgebiet. Zudem verschärfen sich dort Versorgungsprobleme, insgesamt verschlechtern sich die wirtschaftlichen Bedingungen.

Den Abendnachrichten im russischen Staatsfernsehen zufolge war der 18. Juni ein ganz gewöhnlicher Donnerstag. Dass Moskau in den Morgenstunden die bisher heftigste Drohnenattacke seit Beginn des vollumfänglichen Ukraine-Kriegs erlebt hatte, war nicht der Rede wert. Auch nicht, dass im Stadtteil Kapotnja im Südosten der russischen Hauptstadt eine der größten Ölraffinerien des Landes komplett außer Betrieb gesetzt wurde. Nur zwei Tage zuvor war die Anlage, die Gazprom Neft gehört, der für die Ölproduktion zuständigen Tochtergesellschaft des staatlichen Erdgaskonzerns Gazprom, schon einmal Ziel eines Angriffs, der erheblichen Schaden angerichtet hatte.

Rund 40 Prozent des Benzinbedarfs für Moskau und das Umland deckt die Raffinerie in Kapotnja ab, beim Diesel liegt der Anteil sogar noch höher. Wegen Panikkäufen kam es an Tankstellen prompt zu langen Schlangen und Engpässen. Da die Ukraine sys­tematisch Raffinerien und andere Objekte der russischen Ölindustrie angreift, muss der Sprit stellenweise rationiert werden, wie seit dem Wochen­ende beispielsweise im nördlich von Moskau gelegenen Gebiet Twer. Um Defizite, wie sie mittlerweile in über der Hälfte der russischen Regionen zu beobachten sind, mittelfristig auszugleichen, erhöht die Regierung Benzinimporte aus Belarus und plant außerdem, auf dem Seeweg Benzin aus Asien nach Russland zu transportieren.

Bei dem Treffen mit hochrangigen Vertretern der elf Mitgliedstaaten des Wirtschaftsbündnisses Asean verlor Wladimir Putin kein Wort über den verheerenden Drohnenangriff auf Moskau.

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