Jungle+ Artikel 25.06.2026
Die Union verlangt mehr Leistungsbereitschaft vom Einzelnen

Hopp, hopp, hopp

Die CDU fordert von der Bevölkerung mehr Leistungsbereitschaft und Konkurrenzdenken. Das ist nicht neu: Schon im Nationalsozialismus sollten die Deutschen sich anstrengen um der höheren Sache willen.

Leistung, Konkurrenzfähigkeit, Wettbewerb – das sind Vokabeln, die die hochrangigen Prediger der kapitalistischen Arbeitsgesellschaft seit Monaten aufdringlich und öffentlichkeitswirksam verbreiten. »Der Wettbewerb ist härter geworden«, teilte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf dem CDU-Bundesparteitag im Februar vor laufenden Kameras mit, um zu dem Schluss zu gelangen: »Wir müssen die Leistungsbereitschaft belohnen.«

Die Beschäftigten müssten »durch mehr Arbeit, durch mehr Leistung wieder eine höhere volkswirtschaftliche Leistung in Deutschland erbringen«, hatte er einen Monat zuvor den versammelten Unternehmern der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau und der zugeschalteten Öffentlichkeit gesagt. Im vergangenen Jahr hatte Merz angekündigt: »Leistung wird wieder im Vordergrund stehen, nicht Behäbigkeit, Bequemlichkeit, Faulheit.«

Diejenigen, die nichts zum nationalen Hochleistungs­wett­bewerb beitragen, haben künftig mit nichts Gutem zu rechnen.

»Leistung muss sich auch hier wieder lohnen«, forderte Carsten Linnemann, Generalsekretär der CDU und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, im März anlässlich des Beschlusses, das Bürgergeld durch die sogenannte Grundsicherung zu ersetzen. In dem Monat erläuterte er auch als Gast bei »Maybrit Illner« den Zweck aller derzeitigen Reformen: »Erstens müssen alle Maßnahmen der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands dienen, und zweitens muss jeder dazu einen fairen Beitrag leisten.«

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