Jungle+ Artikel 25.06.2026
Das immersive Kino des Regisseurs Bi Gan

Operation am offenen Herzen des Kinos

Mit »Resurrection«, einer Mischung aus Science-Fiction und Mystery-Thriller, will der chinesische Regisseur Bi Gan das Kino als Ort kollektiven Träumens neu erfinden, aber sein immersiver Film dreht sich im Kreis.

Noch streitet die Filmwissenschaft zwar darüber, was das immersive Kino eigentlich ist, mit dem chinesischen Regisseur Bi Gan hat der Trend des intuitiven Films aber einen zugkräftigen Vertreter gefunden. Das Mysteriöse gehört dabei zum Kult um den Regisseur, der Kino- und Gamer-Welten zu Metafilmen fusioniert und eine wachsende Fangemeinde um sich schart.

Unter dem Hashtag »Kann ›Long Day’s Journey Into Night‹ nicht verstehen« diskutierten Zuschauer seinen zweiten Spielfilm, was ganz im Sinne des Erfinders ist. Gan begreift Film als kollektives Erleben, erst die Gemeinschaft der Betrachter vollendet das Werk. Noch lieber wäre es ihm freilich, wenn der Film direkt im Kinosaal diskutiert würde.

Ein Kino, das, wie die Projektionen der Gebrüder Lumière, in der Lage ist, unmittelbare physische Reaktionen bei den Zuschauern auszulösen, beschreibt das Ideal des »Eintauch«-Kinos, das die Trennung zwischen Leinwand und Publikum aufheben will.

Nun kommt mit »Resurrection« der nach »Kaili Blues« (2015) und »Long Day’s Journey Into Night« (2018) dritte Spielfilm Gans in die hiesigen Kinos. Der ist eine Hommage an die Filmgeschichte, insbesondere an ihre Anfänge in der Stummfilmzeit, als die Vorführungen bewegter Bilder das Publikum noch in allgemeines Erstaunen versetzen konnten. Ein Kino, das, wie die Projektionen der Gebrüder Lumière, in der Lage ist, unmittelbare physische Reaktionen bei den Zuschauern auszulösen, beschreibt das Ideal des »Eintauch«-Kinos, das die Trennung zwischen Leinwand und Publikum aufheben will.

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