Jungle+ Artikel 11.06.2026
Beim Wave-Gotik-Treffen in Leipzig versammelt sich die »Schwarze Szene«

Schwarze Messe in Leipzig

Mehr als 30 Jahre nach dem ersten Wave-Gotik-Treffen pilgerten zur diesjährigen Ausgabe des Musikfestivals wieder Zehntausende nach Leipzig. Hier zeigt sich die Schwarze Szene zwischen Nostalgie und Erneuerung, zwischen Weltoffenheit und politischer Grauzone.

»Hier sind viel zu viele bunte Menschen«, sagt eine blonde Frau in schwarzer Gewandung und blickt angesichts der prallen Sonne und der zahlreichen Zuschauer in farbenfroher Kleidung etwas missmutig auf das »Viktorianische Picknick« im Clara-Zetkin-Park, das traditionell den Auftakt zum Musikfestival Wave-Gotik-Treffen (WGT) in Leipzig bildet. »Was kostet so ‚ne Drachenmaske?« fragt dagegen das Kind einer Besucherin, fasziniert von den phantasievollen Kostümen.

Das WGT fand vom 22. bis 25. Mai statt, wie jedes Jahr rund um Pfingsten auf dem Gelände des Messeparks Agra im Stadtteil Dölitz und an Dutzenden weiterer Orte in der Stadt. Kevin aus Schottland ist das erste Mal dabei. Er trägt eine Pickelhaube mit Totenkopf, die zur Uniform eines Truppenteils der sogenannten Schwarzen Schar gehörte, die gegen Napoleons Armee kämpfte und sich 1809 unter englisches Kommando stellte, weswegen sie als Englisch-Braunschweigisches Infanterie-Regiment bekannt ist.

Kevin aus Schottland mit Pickelhaube und Uniform

Kevin aus Schottland mit Pickelhaube und Uniform

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