Jungle+ Artikel 04.06.2026
Der Verleger Holger Friedrich will auf dem »Demokratiekongress« der AfD sprechen

Diskursive Impulse

Neuerdings veranstalten Rechtsextreme schon »Demokratiekongresse«. Für die Meinungsfreiheit darf dort auch der umstrittene Unternehmer Holger Friedrich kämpfen. Eine Kolumne zur medialen Restmülltrennung.

Vielleicht sollte man zu Holger Friedrich künftig einfach schweigen. Nicht nur, weil jede noch so kritische Erwähnung seine Eitelkeit bedient. Auch weil inzwischen wirklich alles über den Selfmade-Multimillionär mit Stasi-Vergangenheit und seine Publikationsorgane (Berliner Zeitung, Berliner Kurier, Ostdeutsche Allgemeine Zeitung und Die Weltbühne) schon zigfach geschrieben wurde.

Ob es sein notorisches Fraternisieren mit russischen Würdenträgern als Partygast in der Botschaft und Moderator eines »Deutsch-Russischen Wirtschaftsdialogs« ist oder sein publizistisches Bestreben, mittels Reinwaschung alter SED-Kader wie Egon Krenz und liebedienerischer Präsentation von prominenten Vertretern der Neuen Rechten wie Götz Kubitschek oder dem AfD-Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla eine ostdeutsche Identität zu formen, deren Hauptmerkmal die Entkernung aller Begriffe und Umwertung aller Werte ist – nichts schadet ihm.

Der Autoritarismus einer rechten Führungsschicht erscheint als eine Art Volksherrschaft.

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