Reaktionär für Frankreich
Paris. »Die katholische Religion ist großartig: Ich sündige, ich beichte, ich fange wieder von vorne an.« Der französischen Tageszeitung Le Monde zufolge soll dies einer der Leitsprüche von Vincent Bolloré sein. Dem bretonischen Milliardär und erzkatholischen Hauptaktionär des Medienkonzerns Louis Hachette Group geht es nicht allein um Reichtum, sein Medienimperium soll als mächtiges Propagandainstrument zur Verbreitung reaktionärer Ideen dienen. Die Übernahme des Verlags Grasset ist nur eine der jüngsten Entwicklungen in diese Richtung.
Als Bollorés Komplize bei diesem Unterfangen tritt Philippe de Villiers auf, ein wichtiger politischer Vertreter des reaktionären Katholizismus in Frankreich. Seit 2020 veröffentlicht er seine Bücher beim Verlagshaus Fayard, die in allen Bahnhofsbuchhandlungen Frankreichs der Kette Relay beworben werden – sowohl Fayard als auch Relay gehören zur Hachette-Gruppe. Der Adelsspross aus der Vendée und ehemalige Mentor von Bruno Retailleau, einem ehemaligen Innenminister und derzeitigen Präsidentschaftskandidaten, moderiert zudem eine wöchentliche Sendung beim Radiosender Europe 1 und beim Privatfernsehsender CNews. De Villiers ist zudem Gründer des gut besuchten historischen Themenparks Puy du Fou, der konservativ ausgestaltet ist.
Der Kampf gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbruch ist dem Milliardär ein besonderes Anliegen.
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