»Ich gehe schlaftrunken ans Klavier und lasse die Hände machen«
Für Ihr neues Album, die mehrteilige Komposition »Requiem«, haben Sie Naturgeräusche aufgenommen und mit einem zum Teil präparierten, recht minimalistisch gespielten Klavier kombiniert. In den sechziger Jahren sind Sie in New York den Neutönern begegnet, darunter auch John Cage, der Sie mit seiner musikalischen Erschließung von Geräuschen tief geprägt hat. Gehen Sie mit »Requiem« zurück zu Ihren Anfängen?
Das klingt immer so komisch: zurück zu den Anfängen! Das war mir immer verdächtig. Aber Sie haben schon recht, mit »Requiem« bin ich zu dem zurückgegangen, was mich geprägt hat. Da würde ich Anton Webern nennen. Dessen frühe Stücke faszinieren mich im Moment total. Opus 5, Streichquartett und solche Sachen. Und dann Luigi Nono, Pierre Boulez. Solche Sachen habe ich in meiner Kölner Zeit vor über 50 Jahren im WDR in den Konzerten des Rundfunk-Symphonieorchesters angehört und war immer ganz aus dem Häuschen. Dann ist mir diese Musik langsam entglitten, fremd geworden. Und jetzt höre ich sie plötzlich wieder mit neuen Ohren und kann mich darin auch wieder ganz zu Hause fühlen.
Haben Sie sich bewusst wieder dahin aufgemacht?
Das kann man nie sagen. Man ist dauernd mit irgendwas beschäftigt und das geht in das rein, was man macht.
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