Jungle+ Artikel 14.05.2026
Jahresbilanz der Bundes­regierung

Marode Kanzlerschaft

Die versprochene Sanierung der Infrastruktur lässt weiter auf sich warten, während die Umfragewerte der AfD immer weiter steigen. Die Bilanz der Bundesregierung fällt nach einem Jahr miserabel aus.

29. April: Anreise zur Beerdigung in Bremen. Die jahrzehntealte Dauerbaustelle namens A1 kostet den Autor, der bei Ankunft noch seine 84jährige Mutter vom Bahnhof abholen muss, zwei wertvolle Stunden. Zum Glück hat auch der Zug zwei Stunden Verspätung.

Die alte Dame ist wackelig auf den Beinen, nachdem sie ihren Koffer eine schier endlose Treppe hinaufzerren musste, weil am Fernbahnhof Frankfurter Flughafen weder Rolltreppe noch Fahrstuhl funktionierten. Erstmal Sekt, aber nicht zu viel. Um 20 Uhr soll ja noch die Nichte aus Stuttgart eintreffen. Tatsächlich kommt deren Zug dann erst um 1.20 Uhr in der Nacht – Stellwerkschäden.

Wenigstens kann die Beerdigung wie geplant stattfinden. Sicher war das nicht. Die Geburtsurkunde, per Einschreiben mit Rückschein versandt, war über eine Woche bei der Post verschollen. Ohne Geburtsurkunde aber gibt es in Deutschland keine Sterbeurkunde und ohne die keine Beerdigung. Auch zur Trauerfeier kommen einige Gäste zu spät. Stau hier, Zugausfall da. Andere kommen gar nicht.

Von 35 Einladungen sind sieben nicht angekommen. Normal. So normal, wie am brandenburgischen Zweitwohnsitz des Autors den Hügel am Ortseingang hochzulaufen, wenn man mit dem Handy telefonieren will.

Die stetig wachsenden staatlichen und gesellschaftlichen Dysfunktionalitäten lassen viele an der Kompetenz des politischen Personals zweifeln. Autoritarismus erscheint so als Ausweg.

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