Der immer wieder aufgewärmte Genozidvorwurf gegen Israel
Der Krieg im Gaza-Streifen, der am 7. Oktober 2023 begann, ist grausam. Zehntausende Zivilisten, darunter auch Kinder, wurden getötet, Städte zerstört. Dieser Krieg wird, über die Zeit unseres Lebens hinaus, eine globale und generationenübergreifende Spaltung herbeiführen. Ein Grund dafür ist der Genozidvorwurf, der seit den ersten Tagen des Krieges gegen Israel erhoben wird. »Genozid« bezeichnet die vorsätzliche Vernichtung einer ethnisch, religiös oder national definierten Gruppe. Die diesen Vorwurf erheben, behaupten sogar, Israels Geschichte sei immer schon auf einen Genozid hin angelegt gewesen. Wer anderer Meinung ist, gilt als eine Art Holocaustleugner.
Begeht Israel einen Genozid? Im Dezember 2023 reichte Südafrika einen Antrag beim Internationalen Gerichtshof (IGH) ein. Es beschuldigte Israel des Völkermords und forderte einen Waffenstillstand. Maha Yahya, Direktorin des Nahost-Zentrums der Carnegie-Stiftung für internationalen Frieden in Beirut, beschrieb, worum es dabei geht. Unabhängig vom Ergebnis habe der Fall »Israel zutiefst beschmutzt«, indem er den Schwindel der »Gründungsmythologie« dieses Staates und die falsch verstandene »Ausnahmestellung Israels offenbarte, die auf dem Leiden des jüdischen Volkes gründet«. Er habe »den Blick zurück auf die Kolonialgeschichte des Westens« gerichtet, »in der der Holocaust an den Juden (…) als Höhepunkt der vom Westen verübten Gewalt gegen nicht-westliche Völker angesehen werden kann«.
Damit stand Yahya nicht allein da. Tatsächlich ging es bei diesem Fall um eine Neubewertung des Westens, Israels und des Holocaust. Schon deshalb lohnt es sich, den Genozidvorwurf näher zu betrachten, sowohl seine Geschichte und Argumentation als auch die »Experten«, die ihn erheben.
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