Jungle+ Artikel 23.04.2026
Die USA wollen sich in der Demokratischen Republik Kongo Bodenschätze sichern

Rennen um die Rohstoffe

Nach China zeigt nun auch die US-Regierung großes Interesse, sich wichtige Rohstoffe in der Demokratischen Republik Kongo zu sichern. Der Freihandel weicht strategischer Großmachtpolitik.

Kampala. Der Kaufpreis erscheint niedrig, doch die Bedeutung des Geschäfts ist groß: Für 30 Millionen US-Dollar erwarb das US-Unternehmen Virtus Minerals die Bergbaufirma Chemaf und deren Kobaltminen. Virtus verpflichtet sich im Rahmen des Anfang April besiegelten Geschäfts zu Investitionen von mehr als 700 Millionen US-Dollar.

Es handelt sich nicht um einen einfachen Eigentümerwechsel, sondern um den ersten Erfolg der US-Regierung bei ihren Bemühungen, im weltweiten Wettlauf um wichtige Rohstoffe den chinesischen Einfluss in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) zurückzudrängen. Quellen im US-Außenministerium bestätigten dem Wall Street Journal, dass es sich um ein »Prioritätsprojekt« der Regierung handle. China hatte sich ebenfalls um den Erwerb von Chemaf bemüht.

Jahrelang wurden die Rohstoffe des Kongo im Rahmen undurchsichtiger Geschäfte gehandelt, die von Warlords, Milizen und politischen Anführern kontrolliert wurden. China änderte dies, indem es Infrastruktur und langfristige Abbaurechte an politische Partnerschaften knüpfte und offene Märkte bewusst mied. Nun versuchen auch die USA, den Sektor mit Geld, Diplomatie und Sicherheitsmaßnahmen zu beeinflussen. Dieser Wandel macht deutlich, dass nun Geopolitik – und nicht der Wettbewerb auf dem freien Markt – den Bergbau der DRK bestimmt.

Unternehmen mit Verbindungen zu US-Interessen kehren in den Bergbausektor zurück, den sie in den vergangenen Jahren weitgehend aufgegeben hatten. Das Ziel ist auch die Sicherung von Lieferketten.

Von besonderer Bedeutung ist Kobalt, das für Batterien, Elektrofahrzeuge, die Gewinnung erneuerbarer Energie und Militärtechnologien benötigt wird. Die DRK liefert etwa drei Viertel der weltweiten Fördermenge und rückt ins Zentrum eines neuen globalen Machtkampfs, in dem der Freihandel strategischen Kontrollbestrebungen gewichen ist.

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