Braune Beschallung
In keinem anderen Bundesland gab es im vergangenen Jahr so viele Rechtsrock-Konzerte wie in Thüringen. Die Mobile Beratung (Mobit) beobachtet das rechtsextreme Geschehen und berichtet, dass 2025 die höchste Anzahl an rechtsextremen Musikveranstaltungen seit 20 Jahren zu verzeichnen war. Insgesamt 100 extrem rechte Musikveranstaltungen haben demnach in dem Flächenland stattgefunden; und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.
Fast zwei Drittel der Konzerte, insgesamt 65, fanden laut Mobit im Landkreis Hildburghausen statt; davon 63 im Brattendorfer Gasthaus »Eiserner Löwe«. »Das Gasthaus ist ein zentraler Treffpunkt musikbegeisterter Neonazis«, sagt Thorsten Hindrichs der Jungle World im Gespräch. Hindrichs ist Musikwissenschaftler an der Universität Mainz und beobachtet die Musikwelt der extremen Rechten.
Eigentümer des Gasthauses ist Tommy Frenck. Bands spielen in seinem Gasthaus häufig an zwei oder drei aufeinanderfolgenden Abenden. Frenck betreibt außerdem die Merchandising-Marke »Druck 18«. Die Produkte seines Labels können an den Konzertabenden erworben werden. »Es gibt nichts, was es bei Frenck nicht gibt«, so Hindrichs. Mobit beschreibt das Gasthaus entsprechend als »umfassende neonazistische Konsum- und Erlebniswelt«. Zukünftig will der rechtsextreme Gastwirt demzufolge auch Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.
»Im Gegensatz zum klassischen Rechtsrock ist bei den meisten KI-Profilen nicht klar, ob sie in extrem rechte Strukturen eingebunden sind.« Thorsten Hindrichs, Musikwissenschaftler
Noch kein Abonnement?
Um diesen Inhalt zu lesen, wird ein Online-Abo benötigt::