Jungle+ Artikel 16.04.2026
LGBT in Afrika

Legalisierte Homophobie

Nach einer Gesetzesverschärfung drohen Homosexuellen im Senegal nicht nur bis zu zehn Jahre Haft, auch die »Verherrlichung« und »Finanzierung« von Homosexualität stehen nun unter Strafe. Das in der Hauptstadt Dakar ansässige Kollektiv Free Sénégal kämpft gegen die tief verankerte Homophobie in der Gesellschaft und unterstützt Betroffene.

Im Senegal hat die Kriminalisierung von LGBT-Personen ein bisher unbekanntes Ausmaß erreicht. Am 11. März beschloss das Parlament des westafrikanischen Küstenstaats ohne Gegenstimmen eine Gesetzesverschärfung, die das Strafmaß für Homosexualität auf bis zu zehn Jahre Haft verdoppelte. Zudem stehen nun auch »Verherrlichung« und »Finanzierung« von Homosexualität unter Strafe. Kritik war nur äußert vereinzelt zu vernehmen. In dem senegalesischen Online-Me­dium Seneweb schrieb Ousseynou Nar Gueye, das Gesetz sei ein Angriff auf die in der Verfassung garantierte Meinungsfreiheit. »Verherrlichung« sei so vage definiert, dass beispielsweise schon die Arbeit eines Wissenschaftlers, der über die Geschichte der Sexualität im Senegal schreibt, schuldig machen könne. Der Straftatbestand der »Finanzierung von Homosexualität« werde vor allem Organisationen treffen, die gegen HIV/Aids kämpfen.

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