26.03.2026
Rückblick auf die Leipziger Buchmesse

Homestory #13/2026

Betritt man auf der Leipziger Buchmesse die falsche Halle, könnte man meinen, es handle sich um eine Anime-Veranstaltung. Auch ganz hinten bei den Kleinverlagen liefen immer mal wieder Leute in aufwendigen Kostümen und mit bunten Perücken herum. Ein paar von ihnen haben sich sogar ein Exemplar der Jungle World mitgenommen. Denn Ihre Lieblingszeitung war auch dieses Jahr ­wieder beim Stand des Ça-ira-Verlags zugegen, bei dem wir uns an dieser Stelle herzlich dafür bedanken möchten. Sehr gefreut haben wir uns auch über all die netten Leser, Abonnentinnen, Autoren oder einfach nur Interessierten, die bei uns vorbeigeschaut haben.
Am Freitagabend ging es dann noch in Leipzig zur Lesung der Anthologie »Bored Teenagers – Texte aus 50 Jahren Punkgeschichte«, die wir mit dem Ventil-Verlag präsentiert haben. Eine ganze Handvoll ehemaliger gelangweilter Teenager haben dort jeweils einen Song präsentiert und einen Text dazu zum Besten gegeben, inklusive einiger Jungle-Autoren. Zum Beispiel Larissa Schober, die »Baby, I’m an Anarchist!« von Against Me! vorstellte. Die Sängerin dieser Band hat übrigens – schließlich soll es in dieser Homestory um Bücher gehen – eine Autobiographie namens »Tranny« ver­öffentlicht. Ein Auszug daraus war in unserer Zeitung abgedruckt, in der Ausgabe 6/2023.

Eine ganze Handvoll ehemaliger gelangweilter Teenager haben jeweils einen Song präsentiert und einen Text dazu zum Besten gegeben, inklusive einiger Jungle-Autoren. 

Bücher gibt es natürlich nicht nur auf Buchmessen, sondern zum Beispiel auch in der »Schwankenden Weltkugel«. Der Buchladen in Berlin – ganz in der Nähe unseres Büros gelegen – befindet sich gerade in einem Rechtsstreit mit Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Der hatte nämlich erst dafür gesorgt, dass die »Schwankende Weltkugel« von der Preisliste für den Deutschen Buchhandlungspreis gestrichen wurde, und das dann später mit den Worten verteidigt: »Wenn der Staat Preise vergibt und Steuergelder einsetzt, dann kann er das nicht für politische Extremisten tun.«

Die Verleihung des Preises hätte eigentlich bei der Buchmesse stattfinden sollen, wurde von Weimer aber vorsichtshalber abgesagt. Eine Eröffnungsrede musste er auf der Messe aber von Amts ­wegen trotzdem halten, wobei er dann auch prompt ausgebuht wurde. Warum er sich das redlich verdient hat, können Sie auf den folgenden Seiten nachlesen.