Jungle+ Artikel 19.02.2026
Der Fall befeuert zahlreiche Verschwörungstheorien

Das Gerücht über Epstein

Die Enthüllungen um Jeffrey Epstein zeichnen ein düsteres Bild der Skrupellosigkeit und Straflosigkeit reicher und mächtiger Männer. Auch zahlreiche Verschwörungstheorien ranken sich um Epstein – aber ein Mossad-Agent war er nicht.

Man könnte es den Trump-Stil nennen: die kaltschnäuzige Art und Weise, in der Justizministerin Pam Bondi vergangene Woche jegliche Vorwürfe wegen des Umgangs ihrer Behörde mit dem Komplex um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein abschmetterte. Fünf Stunden lang sagte Bondi vor dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses aus, wo Demokraten, aber auch einige Republikaner ihren Umgang mit den am 31. Januar veröffentlichen sogenannten Epstein-Akten scharf kritisierten.

Statt auf Verteidigung schaltete Bondi, ganz wie ihr Boss es stets tut, auf Angriff: Ein »abgehalfterter Versager-Anwalt«, der ihr gar nichts zu sagen habe, sei der demokratische Abgeordnete Jamie Riskin, der sie angehalten hatte, Fragen nicht auszuweichen. Den Opfern Epsteins drückte Bondi zwar zu Beginn ihr Beileid aus, doch zehn im Publikum anwesende Frauen, die forderten, vom Justizministerium angehört zu werden, würdigte sie demonstrativ keines Blickes.

Epsteins Karriere fußte in einem gewissen Maße auf den neuen Möglichkeiten, die das neoliberale Zeitalter ab Ende der Siebziger reichen Menschen eröffnete.

Dafür nannte sie ihren Parteikollegen Thomas Massie, der maßgeblich dafür verantwortlich war, das Epstein-Akten-Transparenzgesetz zu verabschieden, um das Justizministerium zur Veröffentlichung der Akten zu zwingen, einen »gescheiterten Politiker«. Nur einer hatte ihr zufolge nichts verbockt, nämlich der »großartigste Präsident der US-Geschichte«, dazu noch der mit den besten Aktienkursen: Donald J. Trump. Es gebe keinerlei ­Belege dafür, dass er ein Verbrechen im Zusammenhang mit Epstein be­gangen habe, insistierte Bondi.

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