Jungle+ Artikel 08.01.2026
Zwei linken Organisationen wurden die Bankkonten gekündigt

Ohne Geld geht nichts

Die GLS-Bank hat die Konten der Roten Hilfe und des Anarchist Black Cross Dresden gekündigt. Beide Organisationen wehren sich gegen diese Einschränkung ihrer Arbeit.

Solidarität ist eine Waffe, besagt ein alter linker Slogan. Derzeit stehen verschiedene linke Organisationen vor dem Problem, dass ihnen diese Waffe aus der Hand gewunden werden soll. Das Schlagwort lautet debanking, also der Entzug von Bankkonten.

Kurz vor Weihnachten berichtete das Anarchist Black Cross Dresden (ABC Dresden) von der fristlosen Kündigung ihres Kontos bei der GLS-Bank. Die Dresdner Gruppe unterstützt vor allem Anar­chist:in­nen in der Ukraine und politische Gefangene in Russland, die wegen Widerstands gegen den Krieg in der Ukraine eingesperrt wurden, befasst sich aber auch mit den Gerichtsverfahren im sogenannten Budapest-Komplex.

»Das Interessante ist, dass andere Banken uns bereits nach wenigen Stunden mitteilten, dass eine Kontoeröffnung bei ihnen nicht möglich ist.« Nina, Anarchist Black Cross Dresden

»Gerade können wir keine Spenden sammeln«, fasst Nina vom ABC Dresden im Gespräch mit der ­Jungle World zusammen. »Das ist ein Problem, weil wir ja Menschen kontinuierlich unterstützen.«

Wenige Tage später folgte eine ähn­liche Mitteilung von der Roten Hilfe, die Personen unterstützt, die wegen ihrer politischen Betätigung strafrechtlich verfolgt werden. Der Verein berichtete, dass seine Konten bei der GLS-Bank und der Sparkasse Göttingen zu Ende Februar gekündigt worden waren.

Sollte die Kündigung Bestand haben, sei das »eine massive Erschwernis unserer Arbeit«, sagte Hartmut Brückner von der Roten Hilfe der Jungle World. »Die Folgen können wir derzeit noch nicht überblicken.« Zwar wäre das Geld nicht weg, aber der Verein könnte weder Mitgliedsbeiträge einziehen noch Unterstützungszahlungen überweisen.

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