Jungle+ Artikel 11.12.2025
Putins Pläne für eine neue Weltordnung

Multipolarer Sirenengesang

Wie der russische Präsident Wladimir Putin versucht, eine »multipolare Weltordnung« unter seiner Führung durchzusetzen.

Was auch immer aus dem sogenannten Friedensplan der US-Regierung für den Krieg in der Ukraine werden mag: Auf dem Schlachtfeld, behauptet zumindest Russland, laufe es für dessen Armee derzeit eher gut. Dafür zahlt das Regime unter Präsident Wladimir Putin allerdings einen hohen Preis. Die Fähigkeit des Landes, seine machtpolitischen Interessen auch andernorts zu manifestieren, wurden durch die Intensität des Kriegs gegen die Ukraine erheblich eingeschränkt.

Zunächst musste das der im Dezember 2024 aus Syrien verjagte Diktator Bashar al-Assad erfahren, sechs Monate später das Regime im Iran, als die israelische und die US-amerikanische Luftwaffe iranische Militär- und Nuklearanlagen bombardierten. Beide hatten auf militärische Hilfe aus Russland gehofft, doch für beide machte Putin keinen Finger krumm.

Auch der venezolanische Präsident Nicolas Maduro sollte angesichts des vor seiner Küste zusammengezogenen US-amerikanischen Truppenaufgebots nicht groß auf Moskau hoffen. Das hat der russische Außenminister Sergej Lawrow klargestellt. Es sei falsch, die Beziehung zu Venezuela etwa mit jener zu vergleichen, die Russland zu Belarus pflegt, sagte er Mitte November. Dies wurde als deutliche Absage an direkte Militärhilfe aus Russland interpretiert.
Ein im Mai unterzeichnetes Abkommen mit dem lateinamerikanischen Land enthält zwar – ähnlich wie das im Januar mit dem Iran getroffene – sicherheits- und verteidigungspolitische Elemente. Die Vertragspartner sind jedoch nicht zur gegenseitigen Vereidigung verpflichtet. Die gegen die USA gerichtete »antihegemoniale Solidarität«, der Plattform China Global South Project zufolge der Kern der russisch-venezolanischen Partnerschaft, bewegt sich also in engen Grenzen.

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