Dafür Sein ist alles
Eine erste Abstimmung über die Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele der Jahre 2036, 2040 oder 2044 konnten die Unterstützer – ein Bündnis aus Politikern, Sportverbänden und Wirtschaftsunternehmen – bereits für sich entscheiden. Bei einem Bürgerentscheid Ende Oktober in München stimmten 305.201 Menschen, rund 66 Prozent derjenigen, die ihre Stimme abgaben, für die Austragung von Sommerspielen in der bayerischen Landeshauptstadt. Vor lauter Begeisterung über das Ergebnis verließen Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kurz die arithmetischen Kenntnisse, als er behauptete, das Ergebnis zeige deutlich, dass München »Politik für die Mehrheit« mache, dabei hatten sich nur 42 Prozent der rund 1,1 Millionen Wahlberechtigten an dem Entscheid beteiligt.
Die Bewerbung eines deutschen Austragungsorts für die Olympischen Spiele sei eine gemeinschaftliche Anstrengung, betonen die Befürworter. »Unternehmen aus ganz Deutschland machen sich stark für Olympische und Paralympische Spiele als gemeinsames nationales Projekt«, ist auf der eigens dafür eingerichteten Website des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nachzulesen.
Die dort vorgestellte Wirtschaftsinitiative »Sportdeutschland« bringt nach eigenen Angaben »Unternehmen zusammen, die ihre Netzwerke, Reichweite sowie ihre kommunikative Kraft einsetzen möchten, um die Idee einer deutschen Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft voranzubringen«. Dazu gehören unter anderem Konzerne wie Adidas, Deutsche Bank, RWE, die Schaeffler-Gruppe, Evonik und Mercedes-Benz.
Das Hamburger Bündnis gegen die Olympia-Bewerbung hat noch bis zum 31. Mai Zeit, die Wahlberechtigten davon zu überzeugen, das »größenwahnsinnige Projekt abzuwenden«.
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