Israel lieben, Juden verachten
»Ein wahrer Freund Israels« und ein »mutiger Anführer an vorderster Front im Kampf gegen den radikalen Islam« sei der mehrfach verurteilte Straftäter, ehemalige Hooligan und Mitgründer der rechtsextremen English Defence League, Tommy Robinson (bürgerlich Stephen Yaxley-Lennon). Diese lobenden Worte fand der israelische Minister für Diaspora-Angelegenheiten, Amichai Chikli (Likud), auf dessen Einladung Robinson im Oktober Israel besuchte.
Fleißig dokumentierte Robinson seine Reise auf Social Media und zeigte sich begeistert. Er schwärmte von Israel, jener »starken Nation«, die an »vorderster Front gegen den weltweiten Terrorismus« kämpfe.
Israel als letztes Bollwerk gegen die Islamisierung
Mit der Begeisterung für Israel als letztes Bollwerk gegen die Islamisierung ist Robinson durchaus in prominenter rechtsextremer Gesellschaft: Marine Le Pen vom französischen Rassemblement national, Jair Bolsonaro, der verurteilte ehemalige Präsident Brasiliens, und Beatrix von Storch von der AfD teilen sie. Einen Widerspruch zu antisemitischen Einstellungen bei ihnen selbst oder in ihren politischen Kreisen sehen solche Politiker dabei nicht.
So schrieb Robinson 2022 in seinem Blog unter der Überschrift »Die Judenfrage«, an sich eine lange Verteidigung von Kanye Wests antisemitischen Aussagen über US-amerikanische Juden: »Ich habe jüdische Freunde, ich habe mit jüdischen Menschen gearbeitet, ich unterstütze Israels Existenz- und Selbstverteidigungsrecht und glaube, dass Juden das Recht haben, in ihrer angestammten Heimat zu leben.«
Das Problem für Robinson sind die US-amerikanischen Juden und Jüdinnen, die er mehr oder minder mit den Demokraten gleichsetzt.
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