28.08.2025
The Black Keys konzentrieren sich mit dem neuen Album wieder auf ihr Kerngeschäft

Ein bunter Strauß

Die Black Keys haben mit »No Rain, No Flowers« ein neues Album veröffentlicht, das ein Blumenstrauß aus ­Garage, Rock und mehr Soul als Blues ist.

Klar, der Albumtitel »No Rain, No Flowers« klingt wie ein Kalenderspruch: Ohne Hindernisse kann man das Glück nicht schätzen, so ließe er sich deuten. Andererseits stimmt es ja, Regen ist für Blumen unerlässlich.

Zuletzt wurde das US-amerikanische Rock-Duo aus Akron, Ohio, die heute in Nashville ansässig ist, im Regen stehen­gelassen.

Und er passt zur Bandgeschichte der Black Keys: Zuletzt wurde das US-amerikanische Rock-Duo aus Akron, Ohio, die heute in Nashville ansässig ist, im Regen stehen­gelassen. Ihr (Ex-)Management soll die Jugendfreunde Dan Auerbach und Patrick Carney reingelegt haben, eine US-Tour wurde sogar abgesagt. Die Musikindustrie ist ein Haifischbecken, selbst ein etablierter Musiker wie Auerbach, der schon für Lana Del Rey, A DollarAP Rocky und Jake Bugg gearbeitet hat, bekommen das zu spüren.

The Black Keys haben sich aber schnell wieder auf ihr Kerngeschäft konzentriert. Ihr neues Album ist ein Blumenstrauß aus ­Garage, Rock und mehr Soul als Blues. Dazu muss man wissen: Wenn die Gruppe keine Konzerte gibt, veranstaltet sie Vinyl-Partys. Auf Spotify gibt es eine zehn Stunden lange Playlist mit Perlen aus ­ihren DJ-Sets. Neben Rock ’n’ Roll enthält diese auch viel Soul.

Das Duo wirkt heute popaffiner denn je

Das hat das 13. Album der Band spürbar geprägt: Der sehnsüchtige Song »Make You Mine« hat tolle Streicher-Arrangements und besticht mit warmen Klavier-Sounds. Auch das Piano in »Babygirl« ist dem Soul entliehen, und in »On Repeat« klingen die E-Gitarren besonders schön. Neben viel Melancholie (»Neon Moon« ist ein würdiges Finale) gibt es mit »Man on a Mission« auch etwas fast Breitbeiniges, das stilistisch an die Rolling Stones erinnert.

Auch wenn so offensichtliche Hits wie »Fever« oder »Lonely Boy« auf der Platte fehlen, wirkt das Duo heute popaffiner denn je. Zumindest, wenn man die neue Musik mit einem so rohen Album wie »Rubber Factory« vergleicht, auf dem man einer alten Spex zufolge eine Waschmaschine im Nebenraum hören kann.


Albumcover

The Black Keys: No Rain, No Flowers (Easy Eye Sound)