31.07.2025
Der kenianische Oppositionelle Boniface Mwangi kam gegen Kaution frei

Anklage reduziert

Der kenianische Oppositionelle Boniface Mwangi kam gegen Kaution frei. Der 42jährige, der in den vergangenen Jahren an vielen Kampagnen und Demonstrationen führend beteiligt war, ist nochmal glimpflich davon gekommen: Er war zunäcsht der Beihilfe zu terroristischen Handlungen beschuldigt worden.

Der in Kenia populäre Regierungskritiker und Menschenrechtler Boniface Mwangi ist nochmal glimpflich davon gekommen. Einen Monat nach den heftigen landesweiten Protesten vom 25. Juni mit 16 Toten und 400 Verletzten wurde er in Nairobi festgenommen und der Beihilfe zu terroristischen Handlungen beschuldigt, was ihm eine jahrzehntelange Haftstrafe hätte einbringen können.

Seine Verhaftung löste in den sozialen Medien – Mwangi hat auf X über zwei Millionen Follower – eine Welle der Solidarisierung aus, auch 37 Menschenrechtsorganisationen verurteilten und kritisierten die Verhaftung in einer gemeinsamen Stellungnahme als »jüngste Eskalation einer systematischen Unterdrückung, in deren Rahmen Hunderte junger Kenianer aufgrund erfundener Terrorismusvorwürfe inhaftiert werden«. Kurz darauf lenkten die Behörden im Fall Mwangi ein. Er ist nun nur noch wegen illegalen Besitzes von Munition angeklagt und kam gegen Kaution frei.

Mit den Demonstrationen am 25. Juni sollte eigentlich an die mehr als 60 getöteten Demonstranten der Proteste gegen die Regierung von vor genau einem Jahr gedacht werden. Auslöser waren die geplanten Steuererhöhungen der Regierung von William Ruto.

Boniface Mwangis löste in den sozialen Medien eine Welle der Solidarisierung aus, auch 37 Menschenrechtsorganisationen verurteilten und kritisierten die Verhaftung in einer gemeinsamen Stellungnahme als »jüngste Eskalation einer systematischen Unterdrückung, in deren Rahmen Hunderte junger Kenianer aufgrund erfundener Terrorismusvorwürfe inhaftiert werden«.

Der 42jährige Mwangi, der in den vergangenen Jahren an vielen Kampagnen und Demonstrationen führend beteiligt war, wuchs in ärmlichen Verhältnissen ohne richtige Schulbildung auf und machte sich Anfang der nuller Jahre in kurzer Zeit einen Namen als Fotojournalist. Seine Karriere beendete er allerdings nach den blutigen Ausschreitungen infolge der Präsidentschaftswahl 2007, die bei ihm eine posttraumatische Belastungsstörung und Depressionen auslösten.

Hunderte Demonstranten wurden damals von der Polizei niedergeschossen, zudem kam es vor allem in den Slums von Nairobi zu ethnisch motivierten Massakern, die Mwangi als Fotograf dokumentierte. In der Folge fokussierte er sich verstärkt auf Menschenrechtsarbeit. Sein erstes Projekt war eine Wanderausstellung, die Fotos von den gewaltsamen Ausschreitungen zwischen den verschiedenen Stämmen zeigte und zur Versöhnung motivieren sollte.