Anschlagspläne per Telegram
Mit der Zerstörung russischer Militärflugzeuge durch ins Land geschmuggelte Drohnen landete der ukrainische Geheimdienst SBU Anfang Juni einen spektakulären Coup. Die daraufhin aus dem Kreml zum wiederholten Mal vorgebrachte Behauptung, die Ukraine betreibe staatlichen Terrorismus, hat auf internationaler Ebene indes nicht viele Fürsprecher. Zu den wenigen gehört Malis Außenminister Abdoulaye Diop. Nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow im April bezeichnete er die Ukraine als »terroristischen Staat«.
Mali hatte die diplomatischen Beziehungen bereits im vergangenen Jahr abgebrochen. Hintergrund sind Vorwürfe der Regierung, wonach aufständische Tuareg Unterstützung aus der Ukraine erhalten haben sollen. Die zahlreichen, seit Jahren dokumentierten Fälle von Folter und Morden an Zivilisten durch russische Söldner in Mali erwähnte Diop hingegen nicht. Im Juni veröffentlichte eine Gruppe internationaler Medien eine detaillierte Recherche über ein von russischen Söldnern betriebenes Netz von Foltergefängnissen in Mali.
Mali ist aber nur ein Nebenschauplatz. Das wichtigste Betätigungsfeld russischer Geheimdienste außerhalb der Ukraine ist die EU. Spionage, Sabotageakte und Attentate gehören ebenso zum Repertoire wie Aktionen, die der Propaganda oder politischen Destabilisierung dienen.
Dass der Kreml jegliche Verantwortung für Sabotageakte in der EU von sich weist, liegt in der Natur der Sache. Gleichwohl werden sie in Publikationen, die dem Kreml nahestehen, gerechtfertigt.
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