Homestory

Homestory #42

Das Homeoffice war an dieser Stelle schon öfter Thema. Das ist kaum vermeidbar – diese Rubrik ist ja eigentlich dafür gedacht, ­einen Einblick in die Redaktionsräume zu bieten, doch in diesen spielt sich immer noch kaum etwas ab. Die stets gleichen drei oder vier Kollegen und Kolleginnen halten dort die Stellung, ansonsten verstauben die Räume vor sich hin. Immer wieder diskutieren wir zwar, ob nicht so langsam die Rückkehr in die Büros anstehen könnte, aber so richtig dazu durchringen konnten wir uns bisher nicht. Abwarten, wie sich die Pandemie im Herbst entwickelt, lautet die Devise.

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Dieses epidemiologische Verantwortungsbewusstsein ist zumindest der offizielle Grund – bei einigen Redaktionsmitgliedern mag inzwischen auch eine gewisse Homeoffice-Trägheit hinzukommen. Es hat schon Vorzüge, zur morgendlichen Redaktionskonferenz nur vom Frühstücktisch zum Schreibtisch schlurfen zu müssen, vor allem wenn das Wetter schlecht ist. Einige aus der Jungle-Redaktion haben zudem die örtliche Flexibilität des Homeoffice genutzt, um für längere Zeit an einem fernen und schönen Ort zu arbeiten.

Manche haben nur mal einen Besuch bei der Familie mit einer Arbeitswoche verbunden, andere sind gleich durch Südeuropa getourt. Eine Kollegin aus dem Layout hat einige Zeit von der Schweiz aus gearbeitet. Sie schwärmte vom guten Internet, das es erlaubt habe, alle Druckdaten auf einmal an die Druckerei zu schicken – undenkbar in Deutschland. Ein anderer Kollege war gerade eine ­Woche im Urlaub in Nordfriesland. Er könnte es sich durchaus vorstellen, dort eine Weile zu arbeiten, nur leider sei das Internet zu schlecht gewesen. Insbesondere die Redaktions-Cloud sei kaum zu benutzen gewesen. Dann vielleicht doch besser ins Berliner Büro, wo man sich früher – wie ältere Redaktionsmitglieder den ungläubigen Neuzugängen erzählen – die Texte zum Redigieren auf Papier gedruckt herüberreichte. Oder eben ins Ausland, wo es gutes Internet gibt.