Beauty statt Aktionskunst

Beauty hilft gegen Aktionskunst

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Zu den Unschönigkeiten des Lebens ge­hört, dass man sehr oft geärgert wird. Und dass Dasitzen und Sich-ärgern-Lassen keine wirklich zufriedenstellende Reaktion darauf ist. Manche Leute raten dazu, irgendwas, vorzugweise hässliche Teller, kaputtzumachen, aber das ist auch nicht optimal, zumal wenn man ohnehin schon einen ­gewissen Hang zum Sachen-aus-Versehen-zu-Zerstören und also gar keine hässlichen Teller mehr hat.

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Und sowieso, konstruktiv ist immer besser, vor allem dann, wenn das Ärgernis vermutlich eines so richtig nicht ausstehen kann, nämlich dass man es nimmt und irgendwas Schönes damit anstellt. Lange fand ich, dass Saubermachen eine gute Lösung ist. Ein Viertelstündchen irgendwas aufräumen, was man schon lange prokrastiniert hat und sich dabei vorzustellen, wie sich der Ärgermacher darüber aufregen würde, hat in der Tat was. Allerdings ist das furchtbar langweilig. Und überhaupt nicht glamourös.

Was sollte man also machen? Stellen wir uns vor, wir würden, jetzt natürlich nur hypothetisch, von diesem Zentrum für poli­tische Schönheit damit gedauerärgert, dass es irgendeine zutiefst abscheuliche Aktionskunst veranstaltet. In so einem Fall käme man natürlich mit Putzen nicht weiter, neinnein, das muss schon was richtig Tolles sein. Und zwar, tata: Ein Fitness- und Beauty-Programm.

Pro Ärgerei ein halbes Stündchen reicht. Kostenlose Gymnastik- und Yoga-Videos gibt es auf Youtube in jeder Länge reichlich (sehr zu empfehlen: die von Gabi Fastner) und Creme und Nagellack und schicken Badezusatz und Zeugs hat man ohnehin zu Hause herumliegen, wenn nicht, sollte man sein Leben sehr gründlich überdenken. Und dann kann man auch schon loslegen, außer man hat keinen Twitter-Account und wird nur so im wirklichen Leben geärgert, dann lohnt sich das eher nicht. Ha!