Das Medium - Instagram

Barbie at work

Unsere Redakteurin Elke Wittich hat sich bei Instagram angemeldet. Ein Selbstversuch.
Kolumne Von

Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn ich nicht vergessen hätte, dass es der Sinn von Instagram ist, dort Fotos zu veröffentlichen. Vielleicht. Nun aber ist die Situation so, wie sie eben ist, und deswegen wäre es nett, wenn man mir nicht mehr benötigte Stoffreste und ausgemusterte, ruhig auch derangierte Barbies oder Accessoires zukommen ließe. Und Barbie-Männer.

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Aber von vorn: Der Tag, an dem ich dachte, es sei eine gute Idee, mir dieses Instagram zuzulegen, war weitgehend un­auffällig verlaufen, und nichts hatte darauf hingedeutet, dass er so eine Art Internet-So-sind-eben-die-Regeln-Vorhölle werden sollte.
Die Anmeldung verlief soweit unkompliziert.

Es gab nur ein klitzekleines Problem: Meine E-Mail-Adresse wurde bereits verwendet, verkündete Instagram, aber so wirklich schlimm sei das nicht, denn man könne sich ja unter Angabe eben dieser ­E-Mail-Adresse ein neues Passwort zusenden lassen. Man kennt das Procedere: Abschicken, ewig warten, weil sich nix tut, und dann irgendwann im Spamgrab nachgucken und dort fündig werden. Nicht mit Instagram – die teilen mit, die E-Mail-Adresse, von der eben noch behauptet wurde, sie sei in Gebrauch, sei völlig unbekannt. Genauer: alle meine E-Mail-Adressen.

Nach vielen, wirklich ausgesprochen vielen erfolglosen Versuchen ist es aber endlich so weit, ich habe einen Instagram-Account. Und da dort bedauerlicherweise nur selbstgeknipste Fotos gepostet werden können, lerne ich halt gerade nähen und brauche mehr Stoff und Zeugs und Barbies, weil nämlich die Instagram-Welt ganz sicher nicht noch mehr Selfies braucht, sondern mit Barbies nachgestellte Jungle World-Redaktionssitzungen und al-Quds-Gegendemos und was nicht noch alles. Die Alternative wäre, den Account einfach still vor sich hin sterben zu lassen, aber das wäre grob unsportlich, ne?