Das Medium - Fiese Tiere

Quallen und Qualen

Kolumne Von

Es ist zwar vorschriftsmäßig kalt, wie es im November zu sein hat, aber darum geht es jetzt nicht, sondern um den Klimawandel, beziehungsweise um fiese Tiere. Tiere kann man nämlich in nett und nichtnett und gemein einteilen, wobei Wespen gemein sind und der blöde Pudel von nebenan definitiv in die Kategorie nichtnett fällt.

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So. Gemeine Tiere gibt es hierzulande kaum, außer Wespen und Mücken und Bremsen und Feuerquallen. Noch nicht – denn wenn der Klimawandel erst mal fertig ist, ist nicht auszuschließen, dass man eines schönen Sommertages stillvergnügt an einem idyllischen See liegt und plötzlich von einer Klapperschlange angefallen wird. Oder von einem Löwen. Oder von der Portugiesischen Galeere, einer Qualle, aber das nur, wenn man an einem Meer liegt, beziehungsweise in einem Meer, noch kann dieses gemeine Tier nämlich nicht laufen.

Die Chancen sind jedenfalls weit höher, auf eine Portugiesische Galeere zu treffen, als auf eine Klapperschlange oder einen Löwen, außer Letzterer ist aus einem Zoo ausgebrochen, aber das ist unwahrscheinlich. Denn die Portugiesische Galeere muss ja nur von Mallorca, wo sie diesen Sommer gesehen wurde, ein paar Tausend Kilometer weiter schwimmen oder sich treiben lassen, je nachdem, was sie schöner findet, und dann wäre sie auch schon hier. Während eine Klapperschlange von, sagen wir, Texas aus ziemlich lange nach Berlin brauchen würde, bei einer Geschwindigkeit von 2,1 bis 3,5 Metern pro Sekunde, und außerdem müsste sie unterwegs auch immer mal wieder anhalten, um sich zu häuten, was ja sicher auch seine Zeit braucht. Der Löwe hätte dagegen den Vorteil, dass er nicht viel rasten muss, sondern einfach schnell jemanden fressen und dann weiterlaufen kann, aber auch das wird dauern. Bleibt die Galeere. Er soll weggehen, der Klimawandel.